Archiv für den Monat: Mai 2020

Einfach mal raus

In der letzten Woche habe ich mir selbst wieder einmal vor Augen geführt, wie einfach ich mich selbst zufriedenstellen kann. Und zwar mit einem Wanderurlaub. Sechs Tage lang einfach mal wieder raus aus dem Alltag, weg von Sorgen und persönlichen Baustellen.

Erholsam, das ist für mich wenn ich überlegen muss, welcher Wochentag heute ist. Oder wenn ich das Zeitgefühl über den Tag verliere. Wenn ich mich auf meine Sinne konzentrieren kann. Regen im Wald, Sonnenschein und tolle Aussichten. Schmerzende Füße am Abend, aber zufrieden und angenehm müde.

Schon schmiede ich gedanklich Pläne, zum Beispiel für eine Fernwanderung. Denn alles was man benötigt, passt locker in einen Rucksack.

Der Weg ist das Ziel.

Digital Minimal – Einfach mal abschalten

Um ehrlich zu sein, ich schalte mein Smartphone so gut wie nie aus. Nachts befindet sich es normalerweise im Flugmodus. Das vergesse ich hin und wieder, dann greift aber immerhin der automatische Nicht-Stören-Modus. Ich werde also wenigstens nachts nicht von irgendwelchen E-Mails oder dergleichen geweckt.

Morgens, das kann ich nicht leugnen, gilt einer der ersten Blicke dem Smartphone. Flugmodus ausschalten, schauen was an Nachrichten, E-Mails und Benachrichtigungen von Instagram eintrudelt. Eigentlich traurig: Ich schaue auf das Smartphone, bevor ich aus dem Fenster schaue.

Aber warum schaltet man das Gerät abends nicht einfach aus? Nach der Morgentoilette und dem ersten Kaffee könnte man langsam daran denken, es wieder anzuschalten. Die Priorität, die das Smartphone bei mir genießt, erscheint mir mit einem Mal zu hoch, das möchte ich ändern.

Ich werde es also in Zukunft einfach öfter mal abschalten. Und noch dazu meinen einzigen Account bei sozialen Netzwerken (Instagram) stilllegen. Denn wenn ich die App öffne, bin ich meistens doch nur genervt von zu viel unwichtigem Inhalt. Stattdessen könnte man auch einfach einmal morgens aus dem Fenster schauen.

Der Weg ist das (Bildungs)ziel

Wirft man einen Blick auf seine regelmäßigen Ausgaben, so behaupte ich, dass es bei den meisten Menschen in etwa die gleichen Positionen sind, die hierbei die größten Posten bilden: Miete oder Ratenzahlung(en) für die eigene Immobilie, Spritkosten oder ÖPNV-Ticket, Lebensmittel und Versicherungen. Hierzu kommen dann noch weitere Ausgaben für Freizeitaktivitäten, Kleidung, Unterhaltung(selektronik) und Sonstiges.

Ich glaube, dass ich selbst recht sparsam lebe. Meine Miete liegt entgegen der allgemeinen Wohnmarktsituation im normalen Bereich, ich versuche unnötige Fahrten mit dem Auto zu vermeiden, die Fahrten zur Arbeit entfallen dank schon zweimonatigem Homeoffice und an Versicherungen habe ich, was für mich persönlich nötig und sinnvoll erscheint.

Trotz meiner Sparsamkeit belastet eine größere Position monatlich mein Konto, mich selbst belastet die Summe jedoch nicht. Seit 2015 absolviere ich ein Fernstudium. Angestrebter Abschluss? Bachelor of Arts in International Business Communication. Nach dem Abi habe ich eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin absolviert. Nach wie vor arbeite ich gerne ganz klassisch im Büro und habe hierbei fremdsprachliche Aufgaben. Aber war das schon alles? Für mich nicht. Einmal die Berufsluft geschnuppert, war es für mich jedoch keine Option mehr, an die Uni zu gehen. Wie also weiterhin an der Karriere schrauben und weiterhin Geld verdienen? Per Fernstudium!


Zwischendurch gab es einige Rückschläge, aber wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel (Memo an mich: 5 Euro ins Phrasenschwein). Wenn ich nach einem langen Arbeitstag noch mal an den Rechner muss, oder bei schönem Wetter nichts unternehmen kann, dann versuche ich immer im Hinterkopf zu haben, dass ich schon den größten Teil des Weges gegangen bin. Noch 2 Hausarbeiten, 1 Projektbericht und die Bachelorarbeit.


Im Moment fällt es mir wieder etwas schwerer mich zu motivieren. Das liegt wohl aber eher daran, dass ich immer noch versuche, das aktuelle Pandemiechaos zu begreifen.

Zum Glück sind diese Durststrecken immer nur von geringer Dauer und am Ende weiß ich aber immer, dass ich die Strapazen für mich aufgenommen habe und dass sie sich lohnen, da man nie genug in Bildung investieren kann.

Reduktion – Purer Luxus?

Würde man einem Vertreter der Kriegsgeneration erklären, dass man sich nach weniger sehnt und gerne in seinem Leben in verschiedenen Bereichen reduzieren würde, dürfte es vermutlich nicht lange dauern bis ein Satz in der Art von “Dir geht es zu gut” fallen würde. Und diesen könnte ich der Person noch nicht einmal übelnehmen.

Im Grunde genommen ist der Wunsch nach Vereinfachung für mich die Folge einer bestimmten Entwicklung in der Gesellschaft. Nämlich der scheinbar allgegenwärtigen Auffassung, dass immer mehr automatisch auch immer besser ist. “Dir geht es zu gut” impliziert das doch eigentlich auch. Viel ist gleich gut.

Dennoch ist an dem Satz etwas wahres. Der Wunsch nach Vereinfachung und Reduktion kann doch eigentlich nur dann entstehen, wenn das eigene Leben zuvor zu kompliziert oder “zu viel” war. Zu viel, das kann verschiedenes bedeuten. Zu viele Verpflichtungen, zu viel ungenutzter Besitz, zu viele Ablenkungen. Oder zu wenig: Zu wenig Zeit, zu wenig Freiraum usw.

Für einen meiner Freunde, der gerade arbeitslos ist, ist es das sicher nicht. Er sehnt sich weniger nach Reduktion, eher nach Be- und Auslastung, nach finanziellem Spielraum und Möglichkeiten des Konsums.

Also ist die Reduktion doch Luxus? Für mich definitiv, denn ich verzichte nicht weil ich verzichten muss, sondern weil ich es möchte. Allein die Erkenntnis, dass es nicht viel braucht, um glücklich und zufrieden zu sein, ist für mich Luxus pur.

Einfach anfangen

Ich bin nun schon seit einiger Zeit dabei, mein Leben zu entrümpeln und mich auf das (aus meiner Sicht) Wesentliche zu fokussieren. In diesem Beitrag möchte ich einige Anregungen und Ideen geben. Diese richten sich vor allem an Menschen, die gerne reduzieren würden, aber nicht so recht wissen, womit sie eigentlich anfangen könnten.

  • Jedes Mal, wenn ein Newsletter in das E-Mail-Postfach flattert, diesen abbestellen. Oft befindet sich ein entsprechender Link am Ende des Newsletters. Andernfalls einfach eine kurze E-Mail an die im Impressum angegebene Adresse senden.
  • Das Smartphone auf Lautlos/Nicht stören o.ä. stellen. Falls das zu krass ist: Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm deaktivieren.
  • Kleidungsstücke, von denen man genau weiß, dass man sie nicht mehr anzieht, zusammenpacken und bei nächster Gelegenheit spenden oder verkaufen.
  • Sowohl in sich, als auch in den eigenen Geldbeutel gehen. Gibt es da Verträge, Mitgliedschaften etc., welche definitiv keinen Sinn mehr machen und gekündigt werden können? Anhaltspunkte liefern die Karten im Geldbeutel, das eigene E-Mail-Postfach und die letzten Kontoauszüge. Beispiele: Fitnessstudio, Zeitschriftenabo, Bonusprogramme etc.
  • Sofern Filme und Serien nicht als eines der eigenen Hobbys anzusehen sind, sondern eher dem Zeitvertreib dienen: Den Fernseher ausgeschaltet lassen. Modus für Fortgeschrittene: Fernseher abschaffen.
  • Klar abgegrenzte Einheiten im Haushalt aufräumen und nicht mehr benötigtes verkaufen/verschenken/entsorgen. Diese Einheiten vor allem am Anfang bewusst klein halten, um die eigene Motivation durch sich rasch einstellende Erfolge aufrecht zu erhalten. Beispiel: Die berühmte Universalschublade mit allem von A wie Allzweckschere bis Z wie Zettelblock.
  • “Keine Werbung, keine kostenlosen Zeitungen”-Aufkleber am Briefkasten anbringen

Sicher kann es auch nicht schaden, darüber nachzudenken, was einen überhaupt zu der Überlegung der Reduktion gebracht hat. Der überquellende Kleiderschrank? Finanzielle Not? Daraus lassen sich bestimmt auch zahlreiche mögliche Schritte ableiten.

Fokussierung statt Multitasking

Das berühmte Multitasking ist allgegenwärtig, sowohl im privaten, als auch im beruflichen Umfeld. In Gewissen Maße ist das sicher auch möglich. Aber kann man wirklich zwei zusammenhanglose, Konzentration erfordernde Dinge gleichzeitig erledigen? Meiner Meinung nach nicht. Man kann nur ständig hin und her wechseln.

Zum Beispiel kann ich meinem Gegenüber während einem Telefonat nicht folgen und sinnvolle Antworten geben, während ich einen Text formuliere. Oder in einer belebten Verkehrssituation inmitten der Innenstadt auf alle Gegebenheiten achten, während ich meinem Beifahrer vom Urlaub erzähle und auf seine Fragen antworte. Und wenn ich es doch einmal versuche, empfinde ich es nach kurzer Zeit als sehr anstrengend.

Im Studium und auch später im Berufsleben habe ich immer versucht, meine Arbeitsbedingungen soweit möglich an meine Bedürfnisse und Eigenheiten anzupassen. Dazu zählen bei mir vor allem Ruhe und wenig Ablenkung. Auf einem sonst leeren Schreibtisch fällt es mir leichter, mich auf das Blatt oder auch auf den Bildschirm vor mir zu fokussieren. Wenn es mir leichter fällt, mich auf ein Blatt zu fokussieren, welches nicht von Büchern, anderen Blättern, dem ständig leuchten Smartphone und so weiter umbaut ist, dann ist das in anderen Bereichen meines Alltags doch bestimmt auch so, dachte ich.

Und ja, in den “fertig ausgemisteten” Bereichen meines Alltags erlebe ich genau diesen Effekt. Ich räume bildlich gesprochen immer öfter den Tisch um das Blatt Papier frei, so dass ich mich auf das eigentlich Wesentliche fokussieren kann.

Digital Minimal: Die Urlaubsfotos

Einige erinnern sich sicher an diese verrückten Zeiten der analogen Fotographie. Als man sich genau überlegt hat, ob man eines seiner teuren, wenigen Fotos auf dem Film nun für dieses Motiv nutzen möchte, oder nicht. Und an die Wartezeit, wenn man den Film hat entwickeln lassen. Aus der Filmtasche holte man dann Fotos, sah die überschaubare Anzahl durch. Und was wirklich misslungen war, wurde gar nicht erst aufgehoben oder in ein Album geklebt.

Und bestimmt kennen auch viele die typischen digitalen Bilderordner auf vielen Privatrechnern und Smartphones. Jedes Motiv ist gefühlt dreihundert Mal festgehalten worden. Fünfzig Bilder sind unscharf, ebenso viele schief, noch einmal hundert sind beides zusammen. Aufgehoben werden aber alle. Mit dem Ergebnis, dass zum Beispiel die Funktion der Dia-Show nicht mehr genutzt wird, weil es viel zu lange dauert und keinen Spaß macht, sich die immer gleichen und schlechten Bilder anzusehen. Oder man Urlaubsbilder gar nicht mehr ansieht, weil man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht.

Mit dem Motto “Mut zum Löschen” habe ich meine digitalen Urlaubsbilder durchgesehen. Aus knapp 10000 Bildern wurden 1500. Das Ergebnis hat mich überrascht: Ich schaue mir wieder Urlaubsbilder an. Denn auf einmal macht mir das wirklich Freude. Ich habe nur die Bilder, die ich persönlich gut und schön finde, aufgehoben. Und mit denen ich Erinnerungen verbinde. In diesen zu schwelgen macht immer wieder Spaß.

Fotos sind heute praktisch umsonst. Speicherplatz dafür ist noch dazu sehr günstig und in Massen vorhanden. Das verführt natürlich dazu, viele Bilder zu machen. Aber ist es nicht schade, wenn dann die einen erschlagende Masse an Bildern dafür sorgt, dass man sie sich nicht mehr ansieht?

Wie wenig ist genug?

Seitdem ich mich mit dem Thema Reduktion und Minimalismus befasse, lese ich immer wieder von Menschen, die ihre Gegenstände zählen. Den Sinn dahinter habe ich nicht verstanden, da doch jeder seine eigene Vorstellungen hat. Ist ein Paar Schuhe ein Gegenstand? Oder sind es zwei Schuhe? Oder zwei Schuhe und zwei Schnürsenkel, also vier Dinge? Schon allein diese Überlegung würde mich davon abhalten, mit dem Zählen auch nur zu beginnen. Außerdem, welcher Zielwert ist denn nun richtig oder erstrebenswert?

Vielmehr stellte ich mir stattdessen die Frage, ob ich diesen, für mich nicht quan­ti­fi­zier­baren Zielwert bereits erreicht habe, oder nicht. Auch hier kam ich zu dem Ergebnis: So einfach ist das nicht. Ich muss differenzieren.

Bei den Gegenständen habe ich meinen Wohlfühlwert definitiv noch nicht erreicht. Ich erinnere nur an mein Regal… Zwar habe ich nach dem damaligen Verfassen des Beitrags einige Dinge entrümpelt. Dennoch stellt sich an dieser Stelle nach wie vor kein Gefühl der Zufriedenheit ein. Es gibt noch zu viele Dinge im Haushalt, die objektiv betrachtet nicht (mehr) benötigt werden.

Das genaue Gegenteil empfinde ich bei meinen Finanzen. Als ich vor einigen Jahren meine Bank wechselte, nutze ich die Gelegenheit zum Großreinemachen. Ich ging die Kontoauszüge mehrerer Jahre penibel durch und notierte mir jede regelmäßige Zahlung, jede Einzugsermächtigung und so weiter. So ging der Bankwechsel mit einigen Kündigungen einher, an dieser Stelle kann ich tatsächlich sagen: Weniger macht für mich keinen Sinn und genau diese Gewissheit fühlt sich befreiend und zufriedenstellend an.

Neben dem berüchtigten Regal habe ich mir noch einige andere Bereiche vorgenommen. Da wäre z.B. der digitale Haushalt, dem ich eigene Beiträge widmen werde. Kurz verflucht habe ich meine Ambitionen allerdings, als ich an meinen Badschrank dachte. Eines nach dem anderen. Das Ziel, nämlich generell von mir sagen zu können “Ich habe nur das, was ich brauche”, rückt mit jeder Einzelaktion näher. Und bereits diese einzelnen Schritte machen mich zufriedener.

Die persönliche Finanzstrategie in der Krise

Nach nun zwei Monaten der Einschränkungen und einhergehender wirtschaftlicher Auswirkungen häufen sich in den Medien die Meldungen über Branchen und Konzerne in Not. Bei der Autoindustrie, die wieder einmal um staatlich subventionierte Kaufanreize bettelt, wurde ich überdrüssig und habe aufgehört, die Themen zu verfolgen. War es doch gerade diese Branche, die über beinahe ein Jahrzehnt ihre Absatzrekorde ebenso am Fließband produzierte, wie ihre Autos.

Als Kind hat man mir gesagt, dass man nicht immer alles sofort ausgeben darf. Man muss auch etwas für schlechte Zeiten zurücklegen. Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Führung eines Großkonzerns nun doch nicht ganz so einfach ist. Aber am Grundprinzip und der Notwendigkeit einer Rücklage ändert das für mich wenig.

Wie sieht es also in Zeiten wie diesen bei mir als Privatperson aus? Für mich selbst sehe ich zwei grundlegende Strategien, mit dem eigenen Geld umzugehen. Ich kann eine Wachstumsstrategie fahren und beispielsweise monatlich in Fonds investieren. Dabei habe ich oft keine Ahnung, was mit meinem Geld passiert. Stattdessen bin ich darauf angewiesen, dass andere, die in jedem Fall mitverdienen, wissen was sie tun. Im Fall von beispielsweise ETFs oder Fonds komme ich insbesondere in Krisenzeiten nur mit teilweise erheblichen Verlusten an mein Geld, wenn ich auf persönliche wirtschaftliche Katastrophen wie einen Jobverlust reagieren muss.

Die andere Strategie stellt das Gegenteil dar. Primäres Ziel ist die Senkung der Ausgaben und die Reduktion fixer Kosten. Dabei geht es nicht darum, mit so wenig wie möglich zu leben, gar kein Geld mehr auszugeben und an allen Ecken und Kanten zu knausern . Vielmehr suche ich den für mich richtigen Mittelweg, geprägt von überlegtem Kaufverhalten und Resistenz gegen Impulskäufe und Wegwerfmentalität. Als netter Nebeneffekt baut sich ohne Zutun ein finanzielles Polster auf, welches in Krisenzeiten ein Überbrücken von fehlenden Einnahmen dank ohnehin nicht hoher Ausgaben kompensieren kann.

Ich persönlich fahre besser mit der zweiten Variante. Sie spart auf Dauer nicht nur Geld, sondern erspart mir auch viel Verwaltungsarbeit und Stress. All das weiß ich, gerade in Zeiten wie diesen, immer mehr zu schätzen.

Wenn Einfachheit Spaß macht – Teil III

Worum geht es? Um Gegenstände, die ihre Aufgabe perfekt erfüllen, und an denen man nichts mehr weglassen kann. Teil I ist hier zu finden, Teil II hier.

Aller guten Dinge sind drei. Auch wenn ich seit mehreren Jahren nicht mehr rauche, habe ich ein Überbleibsel aus meiner Zeit als Raucher, von welchem ich mich nicht trennen werde: Mein Sturmfeuerzeug.

Als Raucher schätzte ich neben dem charakteristischen Klang beim Öffnen vor allem die problemlose Handhabung bei jedem Wetter. Außerdem konnte ich im Gegensatz zu undurchsichtigen herkömmlichen Feuerzeugen erkennen, wann ich tätig werden musste. Wenn der Docht sich beim ersten Dreh nicht entzündete, ging das Benzin zu Neige, hielt aber noch den Rest des Tages. Wenn der Zündstein abgenutzt war und bald ersetzt werden musste, spürte man das im Daumen. Und selbst wenn nicht: Der Ersatzstein war mit einem schmalen Streifen Klebefilm unten im Innenteil befestigt. Man war ja schliesslich süchtig.

Heute habe ich die Sucht hinter mir gelassen und das Feuerzeug über Monate, wenn nicht sogar über Jahre nicht in der Hand. Wenn ich es dann einmal benutze, freue mich über einen zuverlässigen und praktischen Gegenstand. Zugegebenermaßen aber erst, wenn ich es aufgefüllt habe (was schnell und einfach geht). Denn nach einer gewissen Lagerzeit ist das Benzin verdampft.

Sollte einmal ein Teil des Innenlebens kaputtgehen, können alle Teile von mir selbst erneuert werden. Die Ersatzteile nehmen so gut wie keinen Platz weg, sind praktisch unbegrenzt haltbar und kosten nicht viel. Ein solches Feuerzeug kann Jahrzehnte verwendet werden.