Archiv für den Monat: Februar 2021

Wie die Zeit vergeht

Kennt ihr diese Momente in denen ihr so etwas denkt wie “Wie schnell die Zeit vergeht! Was habe ich in der letzten Woche eigentlich gemacht, irgendwie ging sie so schnell vorbei”? Ich erwische mich gerade in letzter Zeit immer häufiger bei diesen Gedanken.

Eigentlich hätte ich zunehmend das Gegenteil erwartet. Bedingt durch Corona kann man ja gerade zum Feierabend nur eingeschränkt etwas unternehmen. Abends eine Runde spazieren gehen. Zwar kann ich Personen besuchen, beschränke das aber auf mein engstes Umfeld. Als Alternative würde mir außerdem noch einfallen, abends Sport zu treiben. Aber das war bedingt durch das Wetter lange kein Vergnügen.

Wie im Beitrag Ideen gegen die Langeweile beschrieben, habe ich eigentlich genug zu tun. Vermutlich auch deswegen rast gefühlt die Zeit. Kaum ist Montag, ist schon wieder Freitag. Und das Wochenende ist natürlich sowieso viel zu schnell vorbei. Wenn ich mich aber nicht wirklich an ein Highlight in meiner Freizeit erinnern kann, sollte ich da etwas unternehmen.

Vielleicht setze ich die falschen Prioritäten? Vielleicht habe ich Freizeitstress? Eigentlich nicht, zumindest glaube ich das nicht. Aber ich denke langsam dennoch, dass ich mir etwas Entschleunigung suchen sollte. Dass das auch wieder Zeit erfordert, muss ich wohl oder übel in Kauf nehmen.

Vorfreude ist auch eine Freude

Aber nicht die schönste Freude. Zumindest für mich nicht. Dennoch habe ich in diesen Tagen Vorfreude gespürt, und dadurch auch ein wenig die aktuellen Ein- und Beschränkungen aufgrund von Corona ausblenden können. Was ist passiert?

Ich habe eine längere Wanderung geplant. Wann, wie lange und wohin spielt eigentlich gar keine Rolle. Vielmehr geht es mir in diesem Beitrag um die Organisation. Die Planung der Route, die Wahl der Etappen hinsichtlich Länge und zu überwindender Höhenmeter. Die auch nach Stunden nicht beantworteten Fragen bzgl. der Ausrüstung. Was kommt in den Rucksack und was nicht? Was macht Sinn? Was beruhigt eher, wird aber voraussichtlich sowieso nicht gebraucht? Was ist unterwegs vorhanden?

Schon erwischte ich mich dabei, bis spät abends vor meinen Karten, Tabellen und Listen zu sitzen, und mich einfach auf das zu freuen, was da auf mich zu kommt. Und falls es bis dahin nicht möglich ist, die Reise wie geplant durchzuführen, wird sie einfach verschoben. Denn Vorfreude ist, wie ich ja inzwischen weiß, auch eine Freude.

Jennys Veganuary – ein Fazit

Nachdem mein Vegan-Experiment nun schon wieder seit gut einer Woche vorbei ist, ist es für mich an der Zeit, dies mit ein wenig Abstand Revue passieren zu lassen. Warum der zeitliche Abstand? Damit ich nicht von meinen Gelüsten nach Essen geleitet, das mir gefehlt hat, das Experiment einseitig betrachte.

Ich esse seit Jahren kein Fleisch mehr. Daher stelle ich mir die Umstellung von einer vegetarischen Ernährung hin zu einer veganen leichter vor als bei Personen, die noch Fleisch konsumieren.

Obst und Gemüse stehen zudem täglich auf meinem Speiseplan, weshalb ich mich hier auch nicht groß umgewöhnen bzw. mir Dinge angewöhnen musste. Obst und Gemüse habe ich schon immer gerne gegessen. Umso besser, dass das Zeug auch noch ganz schön gesund ist.

Was musste ich also nun ersetzen? Wirklich die klassischen Käseprodukte. In erster Linie waren das Feta und Scheibenkäse. Normalen Joghurt habe ich übrigens schon seit Längerem durch Soyajoghurt ersetzt, Frischkäse esse ich auch schon lange nicht mehr.

Gewöhnungsbedürftig ist vor allem die Konsistenz des Feta-Ersatzes (ich nenne es mal Ersatz, bitte steinigt mich nicht). Dadurch, dass der Ersatz auf Mandel- oder Kokosbasis hergestellt ist, schmilzt er schneller. Gerade als Zutat in Saucen oder, beim Überbacken sollte das beachtet werden.

Die Streichcremes sind super Produkte, gleich im Geschmack und vielseitig einsetzbar. Auch bei den Scheibenkäsen kann ich nicht meckern.

Die vegane Ernährung, die auf Käseersatz setzt, hat sich bei mir finanziell bemerkbar gemacht. Im Schnitt waren die Produkte ca. 50 % teuer als die tierischen Ursprungs. Ursache hierfür sind jedoch nicht die veganen Produkte an sich, sondern die starke Subvention von Tierprodukten, die das Preisbild stark verzerren. Würde es ein normales Preisverhältnis zwischen Produkten tierischen Ursprungs und veganen Produkten geben, wäre die Preisschwere weitaus geringer.

Mein Fazit: Ich konnte einige neue Rezeptideen für mich mitnehmen, achte noch mehr auf die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und werde nun nach dem veganen Monat weiter versuchen, meine Ernährungsgewohnheiten weg von tierischen Produkten zu verlagern, jedoch nicht zu 100 %, wie es im Januar der Fall war. Und was waren nun meine eingangs erwähnten Gelüste? Blauschimmelcamembert 🙂

Die beste Optimierung: Ein eigener Werkzeugkasten

Ich oute mich als einen Menschen, der in seinem Leben schon zahlreiche Ratgeber gelesen hat. Wie man richtig aufräumt, wie man effizient arbeitet. Wie man sich selbst in verschiedensten Bereichen optimiert. Mittlerweile hab ich eine für mich entscheidende Sache gelernt: Ich lasse mir von keinem Ratgeber mehr erzählen, was mich zufriedener, oder mein Leben besser macht. Denn das sollte ich ja eigentlich selbst wissen.

Natürlich muss ich hier differenzieren. Durch einen Ratgeber zu fachlichen Themen kann ich mich weiterbilden, mein Wissen vertiefen oder mir zukünftig bestimmte Aufgaben erleichtern. Tatsachen, zum Beispiel aus der Trainingslehre, sind eben Tatsachen. Und wenn ich falsch trainiere, erreiche ich mein Ziel nicht. Oder schade mir gar selbst.

Meine Ablehnung geht eher in die Richtung der Versprechungen “Zufriedener in x Schritten”, “Wie Sie zu sich selbst finden” etc. Woher möchte ein mir fremder Mensch denn wissen, wie mein Kopf tickt? Stattdessen mache ich mir meine eigenen Gedanken. Hierbei versuche ich auch, mir gegenüber eine gewisse Objektivität walten zu lassen.

Stört mich eine Eigenschaft an mir, kann ich die Änderung angehen. Ich kann versuchen gegenzusteuern, Bewusstsein für etwas zu erlangen, Gewohnheiten zu ändern oder meinen Sturkopf sinnvoll einzusetzen. Ich verfüge über meinen eigenen Werkzeugkasten. In vielen Fragen des Lebens brauche ich keinen Ratgeber mehr.