Archiv für den Monat: März 2021

Unverhofft kommt oft

In meinem letzten Artikel schrieb ich davon, müde zu sein. Mir fehlte der der Alltag der Austausch mit Menschen, Normalität.

Nach wie vor habe ich nicht mehr meinen normalen Freizeitalltag, so wie er noch vor einem Jahr war. D.h. an festen Tagen zum Sport gehen, sich mit Freunden treffen, Essen gehen, Ausflüge unternehmen und Vieles mehr.

Kraft schöpfe ich aber aus kleinen Inseln des neuen Alltags. Das sind das wöchentliche Online-Pubquiz, der Online-Yogakurs und zumindest die tägliche Runde um den Block.

Mir ist auch immer bewusst, dass ich im Vergleich zu vielen anderen weniger Sorgen habe. Ich habe keine Angst um meinen Job, mir geht es gesundheitlich gut, ich muss Homeoffice nicht in Einklang mit Homeschooling bringen und dabei Angst haben, dass Kinder zu kurz kommen während ich mich selbst im Hamsterrad abrenne.

Dennoch hatte es mir vor meinem zweiten Geburtstag während Corona regelrecht gegraust! Das zweite Mal daheim sitzen, Trübsal blasen, so rein gar nichts tun…

Umso schöner war es daher, dass ich einen wunderschönen Tag mit meinem Lieblingsmenschen und einer Freundin hatte. Diese hatte sich ganz spontan am Tag vorher angekündigt. Und dann noch der Überraschungsbesuch einer Freundin, um einen Geschenkkorb meiner engsten Freundinnen zu übergeben. Alles natürlich corona-konform. Dazu kamen dann noch die vielen, wirklich von Herzen kommenden Glückwünsche.

Daher: Unverhofft kommt oft. Ich hatte mich auf einen eher traurigen Tag eingestellt und war am Ende einfach nur beseelt

Ideen gegen die Langeweile – Teil 2

Nach dem ersten Artikel haben in den letzten Wochen noch andere Ausprägungen der bereits vorgestellten Ideen Wege kreuz und quer durch mein Gehirn genommen. Zwar setze ich nicht alle davon um, aber vielleicht findet sich ja der ein oder andere von euch darin wieder.

  1. Im letzten Artikel war eine Idee die Suche nach einem Indoor-Hobby. Ich greife diese erneut auf, weil ich gerade gelesen habe, dass die Modelleisenbahn einen Boom erfährt. Irgendwie logisch: Viele entdecken vielleicht gerade ihr altes Hobby wieder, oder sind auf der Suche bei den kleinen Zügen gelandet. Ich hätte auch meinen Spaß daran, aber nicht den Platz dafür.
  2. Die Modelleisenbahn führt mich zu anderen “Klassikern”: Briefmarken, Schallplatten, Modellbau, Holzbearbeitung?
  3. Kochen & Backen lernen. Ich habe damit zu Corona-Zeiten angefangen. “Glücklicherweise” komme ich so langsam voran, dass mich das noch lange beschäftigen kann und wird. Davon profitiere ich bereits jetzt: Nie wieder muss ich ekliges Baguette aus dem Supermarkt essen.
  4. Vielleicht gibt es noch das ein oder andere Thema, das bisher auf die lange Bank geschoben wurde. Zum Beispiel, weil es Recherchearbeit oder komplexe Entscheidungsfindung verlangt. Bei mir war das das Thema Altersvorsorge. Ich habe viel Zeit investiert, mich schlau gemacht und mir eine Strategie überlegt.
  5. Wie wäre es mit einer kleinen Midlife-Crisis? Das mache ich zum Beispiel gerade. Und das hat mich im Nachhinein betrachtet wohl auch zum Thema Altersvorsorge gebracht. Zwar glaube ich nicht, dass ich bereits die Mitte des Lebens erreicht habe. Und eine Krise habe ich eigentlich auch nicht. Aber ich ertappe mich immer öfter dabei, mir Gedanken darüber zu machen, wo ich mich in der Zukunft sehe – in vielerlei Hinsicht. Aber je nachdem, wie sehr man es übertreibt, kann das sicher als Midlife-Crisis durchgehen. Das Thema ist auch erfrischend vielseitig!

Müde

Ich bin müde, coronamüde. Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte ich meinen letzten regulären Tag im Büro bevor es ins Homeoffice ging. Seitdem bin ich nur einzelne Tage im Büro und seit fast einem halben Jahr schon auch komplett alleine in der Geschäftsstelle an besagten einzelnen Tagen.

Was am Anfang noch neu und aufregend für mich war – ich hatte bei meinem alten Arbeitgeber nicht die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten – ist dem Alltag gewichen.

Ich will mich auf keinen Fall beschweren, ich bin dankbar dafür, dass mein Arbeitgeber vernünftig ist, uns und unsere Gesundheit als Mitarbeitende schätzt und wir die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten. Dennoch sehne ich mich nach meinem Alltag, meinem „normalen“ vor-Corona-Alltag.

Wenn man nichts zu sagen hat…

…sollte man ja eigentlich den Mund halten. Dann dachte ich aber, dass es eigentlich für den Autor eines Blogs zum Thema Minimalismus eher positiv zu sehen sein sollte, wenn er nichts zu sagen hat. Darüber könnte man wiederum schreiben! Und nur einen Moment später dachte ich, ich habe doch etwas zu sagen. Man möge mir den Schreibstil verzeihen, ich verwirre mich selbst auch.

Was möchte ich denn eigentlich nun sagen? Nun ja, es gibt gerade nichts auszumisten, nichts zu sortieren oder zu organisieren. Die Schäfchen sind im Trockenen, Verträge auf ein Minimum reduziert, Ausgaben im Griff, Verpflichtungen ebenso. Ein Grund zum Ausruhen? Nein, denn eigentlich ist das materielle und finanzielle klar Schiff machen für mich nur der naheliegendste Ansatzpunkt zum Thema Minimalismus.

Und nun? Ich glaube derzeit, der nächste Ansatzpunkt, der bin ich selbst. Den Kopf freibekommen. Mich auf die Dinge fokussieren, die mich im Leben weiterbringen und mir positives geben. Zwar praktiziere ich das an sich schon länger, habe aber nun die “Kapazität”, mich vollumfänglich darauf einzulassen.

So habe ich nun doch etwas zu sagen: Ich befasse mich gerade mit den weiteren Facetten von dem, was ich für mich als den einen, meinen Minimalismus definiere.

Vernunft kann so schwer sein

In diesen Tagen macht sich Frust breit. Bisher, das muss ich klar sagen, hat mich die Corona-Krise zwar eingeschränkt, mir aber rational betrachtet nur wenig Schaden zugefügt. Wenig? Naja, schlimm genug, ich denke vor allem an die Einschränkung sozialer Kontakte. Aber: Ich kann von zu Hause aus arbeiten, meinen Hobbies nachgehen. Was abseits von der sozialen Komponente fehlt, das ist mehr oder weniger Luxus für mich.

Für mich? Ja. Denn es muss klar sein, dass von dem, was für mich Luxus ist, die Existenz anderer Menschen abhängt. Das macht mich traurig, aber ich kann es leider nicht wirklich ändern, beziehungsweise nur in geringem Maß beeinflussen.

Was ist in den letzten Tagen passiert? Eigentlich nichts Neues. Es nervt einfach nur. Ich zeige also gerade Nerven. Und ich mag gerade nicht mehr vernünftig sein, denn das war ich einfach schon sehr lange. Und es ändert sich gefühlt nichts.

Was könnte man dagegen unternehmen? Shoppen im Internet? Nein, bitte nicht. Das macht nicht zufriedener. Es lenkt nur ganz kurz ab. Außerdem brauche ich gerade nichts. Etwas aufräumen? Igitt. Ich könnte meine Co-Autorin mit meinen Gedanken nerven. Notiert.