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Vegan – Klappe, die zweite

Nachdem ich meinen veganen Januar, den Veganuary hatte und diesen sogar ohne bleibende Schäden (Achtung Ironie!) überstanden habe, bin ich seit dem Ersten dieses Monats wieder ohne tierische Produkte unterwegs.

Warum? Die letzten Wochen war ich weniger fit als normalerweise. Müde, erschöpft und antriebslos. Ob das einfach nur die normale Frühjahrsmüdigkeit, nur ein wenig stärker ist, weiß ich nicht. Aber da ich mich im und nach dem veganen Januar fitter und besser als vorher gefühlt habe, habe ich beschlossen, den Versuch erneut zu starten. Langweilig wird mir dabei auch nicht, drei Monate weiter im Kalender haben schon wieder ganz andere Lebensmittel Saison.

Und falls mir der Versuch nicht hilft, wird er zumindest kein weiteres Mal schaden. Ich werde berichten.

Unverhofft kommt oft

In meinem letzten Artikel schrieb ich davon, müde zu sein. Mir fehlte der der Alltag der Austausch mit Menschen, Normalität.

Nach wie vor habe ich nicht mehr meinen normalen Freizeitalltag, so wie er noch vor einem Jahr war. D.h. an festen Tagen zum Sport gehen, sich mit Freunden treffen, Essen gehen, Ausflüge unternehmen und Vieles mehr.

Kraft schöpfe ich aber aus kleinen Inseln des neuen Alltags. Das sind das wöchentliche Online-Pubquiz, der Online-Yogakurs und zumindest die tägliche Runde um den Block.

Mir ist auch immer bewusst, dass ich im Vergleich zu vielen anderen weniger Sorgen habe. Ich habe keine Angst um meinen Job, mir geht es gesundheitlich gut, ich muss Homeoffice nicht in Einklang mit Homeschooling bringen und dabei Angst haben, dass Kinder zu kurz kommen während ich mich selbst im Hamsterrad abrenne.

Dennoch hatte es mir vor meinem zweiten Geburtstag während Corona regelrecht gegraust! Das zweite Mal daheim sitzen, Trübsal blasen, so rein gar nichts tun…

Umso schöner war es daher, dass ich einen wunderschönen Tag mit meinem Lieblingsmenschen und einer Freundin hatte. Diese hatte sich ganz spontan am Tag vorher angekündigt. Und dann noch der Überraschungsbesuch einer Freundin, um einen Geschenkkorb meiner engsten Freundinnen zu übergeben. Alles natürlich corona-konform. Dazu kamen dann noch die vielen, wirklich von Herzen kommenden Glückwünsche.

Daher: Unverhofft kommt oft. Ich hatte mich auf einen eher traurigen Tag eingestellt und war am Ende einfach nur beseelt

Müde

Ich bin müde, coronamüde. Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte ich meinen letzten regulären Tag im Büro bevor es ins Homeoffice ging. Seitdem bin ich nur einzelne Tage im Büro und seit fast einem halben Jahr schon auch komplett alleine in der Geschäftsstelle an besagten einzelnen Tagen.

Was am Anfang noch neu und aufregend für mich war – ich hatte bei meinem alten Arbeitgeber nicht die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten – ist dem Alltag gewichen.

Ich will mich auf keinen Fall beschweren, ich bin dankbar dafür, dass mein Arbeitgeber vernünftig ist, uns und unsere Gesundheit als Mitarbeitende schätzt und wir die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten. Dennoch sehne ich mich nach meinem Alltag, meinem „normalen“ vor-Corona-Alltag.

Jennys Veganuary – ein Fazit

Nachdem mein Vegan-Experiment nun schon wieder seit gut einer Woche vorbei ist, ist es für mich an der Zeit, dies mit ein wenig Abstand Revue passieren zu lassen. Warum der zeitliche Abstand? Damit ich nicht von meinen Gelüsten nach Essen geleitet, das mir gefehlt hat, das Experiment einseitig betrachte.

Ich esse seit Jahren kein Fleisch mehr. Daher stelle ich mir die Umstellung von einer vegetarischen Ernährung hin zu einer veganen leichter vor als bei Personen, die noch Fleisch konsumieren.

Obst und Gemüse stehen zudem täglich auf meinem Speiseplan, weshalb ich mich hier auch nicht groß umgewöhnen bzw. mir Dinge angewöhnen musste. Obst und Gemüse habe ich schon immer gerne gegessen. Umso besser, dass das Zeug auch noch ganz schön gesund ist.

Was musste ich also nun ersetzen? Wirklich die klassischen Käseprodukte. In erster Linie waren das Feta und Scheibenkäse. Normalen Joghurt habe ich übrigens schon seit Längerem durch Soyajoghurt ersetzt, Frischkäse esse ich auch schon lange nicht mehr.

Gewöhnungsbedürftig ist vor allem die Konsistenz des Feta-Ersatzes (ich nenne es mal Ersatz, bitte steinigt mich nicht). Dadurch, dass der Ersatz auf Mandel- oder Kokosbasis hergestellt ist, schmilzt er schneller. Gerade als Zutat in Saucen oder, beim Überbacken sollte das beachtet werden.

Die Streichcremes sind super Produkte, gleich im Geschmack und vielseitig einsetzbar. Auch bei den Scheibenkäsen kann ich nicht meckern.

Die vegane Ernährung, die auf Käseersatz setzt, hat sich bei mir finanziell bemerkbar gemacht. Im Schnitt waren die Produkte ca. 50 % teuer als die tierischen Ursprungs. Ursache hierfür sind jedoch nicht die veganen Produkte an sich, sondern die starke Subvention von Tierprodukten, die das Preisbild stark verzerren. Würde es ein normales Preisverhältnis zwischen Produkten tierischen Ursprungs und veganen Produkten geben, wäre die Preisschwere weitaus geringer.

Mein Fazit: Ich konnte einige neue Rezeptideen für mich mitnehmen, achte noch mehr auf die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und werde nun nach dem veganen Monat weiter versuchen, meine Ernährungsgewohnheiten weg von tierischen Produkten zu verlagern, jedoch nicht zu 100 %, wie es im Januar der Fall war. Und was waren nun meine eingangs erwähnten Gelüste? Blauschimmelcamembert 🙂

Jennys Neujahrsidee: Veganuary – Update

In meinem letzten Beitrag habe ich davon berichtet, als diesjährigen Neujahrsvorsatz vegan in den Januar zu starten.

Nachdem der Januar nun fast vorbei ist – die Zeit rast *einenEuroinsPhrasenschweinwerf* – wird es Zeit für eine erste kleine Zwischenbilanz:

  • Ja, ich halte bis jetzt durch. Wobei durchhalten zu negativ klingt. Die vegane Ernährung macht mir Spaß, mir fehlt an nichts und ich fühle mich wohl in meinem Körper
  • Nein, es ist nicht schlimm
  • Nein, die Ersatzprodukte stecken nicht voller Chemie und sind nicht ohne Ende verarbeitet
  • Nein, es ist kein Haufen an Mehrarbeit, weil ich vorher schon fast täglich frisch gekocht habe
  • Ja, ich kann mir vorstellen, mich mit Ausnahmen weiterhin vegan zu ernähren
  • Nein, ich möchte niemanden bekehren – Chacun à son goût
  • Nein, ich verhungere nicht

In diesem Sinne: Ich halte euch auf dem Laufenden, ohne zu bekehren. 🙂

Jennys Neujahrsidee: Veganuary

Es ist der Klassiker um die Jahreswende: Neujahrsvorsätze! Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, abnehmen etc.

Eigentlich bin ich kein Fan von Neujahrsvorsätzen und meistens sind es auch die genannten klassischen Vorsätze, die bei den meisten Menschen zum Scheitern verurteilt sind. Warum? Weil man „es halt so macht, und sich was vornimmt.“ Was viele dabei vergessen: Man muss dafür bereit sein, etwas zu ändern und seine Vorsätze auch zu realisieren. Beispielsweise habe ich vor ein paar Jahren, in einem November, mit dem Rauchen aufgehört. Einfach, weil ich wusste, dass ich nicht so konsequent wie Thomas sein kann, und diesen Vorsatz als Neujahrsvorsatz schaffen werde.

Mit dem Gedanken, mich zumindest eine Zeit lang vegan zu ernähren, spiele ich in der Tat aber schon seit Längerem. Diesen Vorsatz werde ich also nicht realisieren, weil der 1. Januar ansteht, sondern weil er wohlüberlegt ist. Ich werde berichten, wie der Veganuary bei mir läuft bzw. gelaufen ist. Und nein, ich möchte hier niemanden bekehren. Jeder darf sich so ernähren, wie er möchte. In diesem Sinne wünsche ich allen – mit und ohne Vorsätze – einen guten Start ins neue Jahr. 2021 kann nicht schlimmer als 2020 werden, seid dankbar für die schönen Momente mit den Menschen, die euch am Herzen liegen. Und last but not least: stay positive and test negative 🙂

Mir geht es besser ohne… Teil 2

Da ich in letzter Zeit gut darin bin, neunmalklug auf Thomas‘ Beiträge zu antworten, mache ich direkt weiter. Denn, mir geht es besser ohne…

… unnötige Gespräche. Damit meine ich keinen handelsüblichen Smalltalk, sondern wirklich Gespräche, die geführt werden, um die Stille zu brechen und die zu nichts führen. Ja, ich bin immer noch im Homeoffice, ja, heut ist es nebelig, ja heut war viel Verkehr. Auf was willst du hinaus mit solchen Aussagen?! Genießt doch einfach mal die Stille! Das wussten Depeche Mode schon vor 30 Jahren.

… falsches Pflichtbewusstsein. Dazu gehört für mich, keine Treffen mehr wahrzunehmen, auf die ich keine Lust habe bzw. Leute zu treffen, die mir nicht guttun. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um seine Zeit zu verschwenden.

… den Versuch, es allen recht zu machen. Seit ich Dinge nicht mehr „anstandshalber“ tue, „weil es sich so gehört“, und seit ich mich in bestimmten Situationen nicht mehr so benehme, „wie es von einem erwartet wird“, fühle ich mich freier und gelöster.

Nein, ich bin auch nicht genervt

Da Thomas in seinem letzten Beitrag beschlossen hat, weniger genervt zu sein, greife ich das Thema doch gerne auf.

Ja, auch ich habe mich früher öfter dabei ertappt, unnötig genervt zu sein. Warum früher? Weil ich glaube, dass ich das „Problem“ mittlerweile gut im Griff habe und es mit der Gelassenheit zum Glück schon viel besser und öfter klappt.

Letzte Woche hatte ich morgens um 8 Uhr einen Termin. Ich quälte mich also seufzend durch den Berufsverkehr samt Baustellenampel und Busverkehr; zumindest war die Bahnschranke oben.

Immer wieder schaute ich zwischendurch auf die Uhr und wusste, dass ich zu spät kommen würde, egal was ich jetzt noch unternehmen würde. Aber dann stellte ich mir die Frage, die zu einem inneren Dialog führte:

„Was ist das Schlimmste, was jetzt passieren könnte?“

„Ich komme 5 Minuten zu spät.“

„Und dann?“

„Ja, nix, und dann. Nix passiert.“

„Jo alla, dann stell dich hald nid so a Määd!“ [Anmerkung: Pfälzisch für “Na siehst du, also mach’ Dir doch nicht so viele Gedanken darum” 😉 ]

Wird es besser, wenn ich genervt oder unruhig bin? Ändert es etwas an den Umständen? Nein, tut es nicht.

Diesen inneren Monolog halte ich mittlerweile oft, wenn ich ungeduldig oder genervt bin. Ist es das wert? Verbessern sich die Situation bzw. die Umstände? In den meisten Fällen ist die Antwort: Nein. Und das beruhigt mich dann und bringt mich runter.

Schattenspiele

Eine andere Perspektive schafft andere Sichtweisen und Beurteilungen. Einfach mal über den eigenen Schatten springen. Manchmal ist es gar nicht schlecht, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine andere Perspektive lässt einen die eigene Meinung zu bestimmten Dingen vielleicht überdenken. Oder man versteht einen Mitmenschen besser und kann auf ihn eingehen. Wir haben uns auch einmal anders gesehen. Und nebenbei einige der letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen dürfen.

Ich muss gar nichts – Druck minimieren

Ich muss heute Abend noch zum Sport, weil ich sonst nicht im Pensum bin. Egal, ob ich mir das Pensum selbst vorschreibe, oder ob von außen Druck aufgebaut wird. Dann hab ich halt Kopfschmerzen, bin erkältet und absolut nicht motiviert, aber ich sollte halt trotzdem gehen!

Ich muss mich mal wieder bei FreundIn xyz melden, weil es schon wieder 5 Wochen her ist.

Ich sollte unbedingt heute noch einkaufen gehen – auch wenn nicht alles dringend benötigt wird und ich noch locker 2 Tage über die Essensrunden komme.

Und zum krönenden Abschluss das Nonplusultra-Argument: Ich muss dieses oder jenes tun, weil sich das so gehört, weil das alle so machen und weil es immer schon so war!

Aber was, wenn ich darauf keine Lust habe? Was, wenn mir die – teils selbst – auferlegten Verpflichtungen Bauchschmerzen bereiten? Was, wenn ich mich einfach besser fühle, wenn ich einen Gang zurückschalte, in mich rein höre und ganz egoistisch sage, dass ich mal Fünfe gerade sein lasse?

Geht davon die Welt unter? Nein!

Es tut gut, die Worte „soll“ und „muss“ aus seinem Wortschatz zu streichen. Du bist gut und ausreichend, genau so, wie du bist. Und nein, man muss eben nicht immer 100 % geben.

Auch Druck und falsches Pflichtgefühl lassen sich minimieren.