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Jennys Neujahrsidee: Veganuary

Es ist der Klassiker um die Jahreswende: Neujahrsvorsätze! Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, abnehmen etc.

Eigentlich bin ich kein Fan von Neujahrsvorsätzen und meistens sind es auch die genannten klassischen Vorsätze, die bei den meisten Menschen zum Scheitern verurteilt sind. Warum? Weil man „es halt so macht, und sich was vornimmt.“ Was viele dabei vergessen: Man muss dafür bereit sein, etwas zu ändern und seine Vorsätze auch zu realisieren. Beispielsweise habe ich vor ein paar Jahren, in einem November, mit dem Rauchen aufgehört. Einfach, weil ich wusste, dass ich nicht so konsequent wie Thomas sein kann, und diesen Vorsatz als Neujahrsvorsatz schaffen werde.

Mit dem Gedanken, mich zumindest eine Zeit lang vegan zu ernähren, spiele ich in der Tat aber schon seit Längerem. Diesen Vorsatz werde ich also nicht realisieren, weil der 1. Januar ansteht, sondern weil er wohlüberlegt ist. Ich werde berichten, wie der Veganuary bei mir läuft bzw. gelaufen ist. Und nein, ich möchte hier niemanden bekehren. Jeder darf sich so ernähren, wie er möchte. In diesem Sinne wünsche ich allen – mit und ohne Vorsätze – einen guten Start ins neue Jahr. 2021 kann nicht schlimmer als 2020 werden, seid dankbar für die schönen Momente mit den Menschen, die euch am Herzen liegen. Und last but not least: stay positive and test negative 🙂

Mir geht es besser ohne… Teil 2

Da ich in letzter Zeit gut darin bin, neunmalklug auf Thomas‘ Beiträge zu antworten, mache ich direkt weiter. Denn, mir geht es besser ohne…

… unnötige Gespräche. Damit meine ich keinen handelsüblichen Smalltalk, sondern wirklich Gespräche, die geführt werden, um die Stille zu brechen und die zu nichts führen. Ja, ich bin immer noch im Homeoffice, ja, heut ist es nebelig, ja heut war viel Verkehr. Auf was willst du hinaus mit solchen Aussagen?! Genießt doch einfach mal die Stille! Das wussten Depeche Mode schon vor 30 Jahren.

… falsches Pflichtbewusstsein. Dazu gehört für mich, keine Treffen mehr wahrzunehmen, auf die ich keine Lust habe bzw. Leute zu treffen, die mir nicht guttun. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um seine Zeit zu verschwenden.

… den Versuch, es allen recht zu machen. Seit ich Dinge nicht mehr „anstandshalber“ tue, „weil es sich so gehört“, und seit ich mich in bestimmten Situationen nicht mehr so benehme, „wie es von einem erwartet wird“, fühle ich mich freier und gelöster.

Nein, ich bin auch nicht genervt

Da Thomas in seinem letzten Beitrag beschlossen hat, weniger genervt zu sein, greife ich das Thema doch gerne auf.

Ja, auch ich habe mich früher öfter dabei ertappt, unnötig genervt zu sein. Warum früher? Weil ich glaube, dass ich das „Problem“ mittlerweile gut im Griff habe und es mit der Gelassenheit zum Glück schon viel besser und öfter klappt.

Letzte Woche hatte ich morgens um 8 Uhr einen Termin. Ich quälte mich also seufzend durch den Berufsverkehr samt Baustellenampel und Busverkehr; zumindest war die Bahnschranke oben.

Immer wieder schaute ich zwischendurch auf die Uhr und wusste, dass ich zu spät kommen würde, egal was ich jetzt noch unternehmen würde. Aber dann stellte ich mir die Frage, die zu einem inneren Dialog führte:

„Was ist das Schlimmste, was jetzt passieren könnte?“

„Ich komme 5 Minuten zu spät.“

„Und dann?“

„Ja, nix, und dann. Nix passiert.“

„Jo alla, dann stell dich hald nid so a Määd!“ [Anmerkung: Pfälzisch für “Na siehst du, also mach’ Dir doch nicht so viele Gedanken darum” 😉 ]

Wird es besser, wenn ich genervt oder unruhig bin? Ändert es etwas an den Umständen? Nein, tut es nicht.

Diesen inneren Monolog halte ich mittlerweile oft, wenn ich ungeduldig oder genervt bin. Ist es das wert? Verbessern sich die Situation bzw. die Umstände? In den meisten Fällen ist die Antwort: Nein. Und das beruhigt mich dann und bringt mich runter.

Schattenspiele

Eine andere Perspektive schafft andere Sichtweisen und Beurteilungen. Einfach mal über den eigenen Schatten springen. Manchmal ist es gar nicht schlecht, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine andere Perspektive lässt einen die eigene Meinung zu bestimmten Dingen vielleicht überdenken. Oder man versteht einen Mitmenschen besser und kann auf ihn eingehen. Wir haben uns auch einmal anders gesehen. Und nebenbei einige der letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen dürfen.

Ich muss gar nichts – Druck minimieren

Ich muss heute Abend noch zum Sport, weil ich sonst nicht im Pensum bin. Egal, ob ich mir das Pensum selbst vorschreibe, oder ob von außen Druck aufgebaut wird. Dann hab ich halt Kopfschmerzen, bin erkältet und absolut nicht motiviert, aber ich sollte halt trotzdem gehen!

Ich muss mich mal wieder bei FreundIn xyz melden, weil es schon wieder 5 Wochen her ist.

Ich sollte unbedingt heute noch einkaufen gehen – auch wenn nicht alles dringend benötigt wird und ich noch locker 2 Tage über die Essensrunden komme.

Und zum krönenden Abschluss das Nonplusultra-Argument: Ich muss dieses oder jenes tun, weil sich das so gehört, weil das alle so machen und weil es immer schon so war!

Aber was, wenn ich darauf keine Lust habe? Was, wenn mir die – teils selbst – auferlegten Verpflichtungen Bauchschmerzen bereiten? Was, wenn ich mich einfach besser fühle, wenn ich einen Gang zurückschalte, in mich rein höre und ganz egoistisch sage, dass ich mal Fünfe gerade sein lasse?

Geht davon die Welt unter? Nein!

Es tut gut, die Worte „soll“ und „muss“ aus seinem Wortschatz zu streichen. Du bist gut und ausreichend, genau so, wie du bist. Und nein, man muss eben nicht immer 100 % geben.

Auch Druck und falsches Pflichtgefühl lassen sich minimieren.

Warum in die Ferne schweifen?

Wo ich jetzt gerne wäre? Irgendwo in der Ferne, wo ich die letzten Sonnenstrahlen des Spätsommers bei wärmeren Temperaturen genießen kann. Ja, ich weiß, auch hier scheint die Sonne und auch hier kann sich der Herbst von seiner schönen Seite zeigen. Für den Spätsommer bin ich wohl Anfang Oktober sowieso zu spät dran, zumindest in Deutschland.

Da es im Moment nicht möglich ist, oder besser gesagt, ich für mich dieses Jahr entschieden habe, nicht in die Ferne zu schweifen, versuche ich das beste aus der Situation zu machen. Die Pfalz hat so viele schöne Ecken, die ich erst in diesem Jahr angefangen habe zu entdecken.

Bis es mir wieder möglich ist, in die Ferne zu schweifen, träume ich einfach weiterhin von der Ferne und meinem geliebten Frankreich. Dann hat es dieses Jahr halt nicht geklappt. Keine Angst, ich komme nächstes Jahr wieder, dann mit umso mehr Freude im Herzen.

Vielleicht macht Minimalismus auch manchmal aus, dass man sich auf die kleinen und schönen Dinge besinnen sollte, die momentan einfacher erreichbar sind. Angelehnt an die Redewendung „Lieben der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ frage ich mich: Warum also im Moment in die Ferne schweifen?

Kopf frei

Betrifft Minimalismus nur die Reduktion von materiellen Dingen? Und betrifft Minimalismus nur den Verzicht auf Materielles? Kann Minimalismus nicht auch die Reduktion von unnötigem Gedankengut darstellen?

In letzter Zeit stelle ich vermehrt fest, dass mich zu viele Dinge beschäftigen. Ich kann nicht richtig abschalten und fühle mich wie im Hamsterrad. Die Zeit rast und ich versuche alle Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen. Teilweise sind das Verpflichtungen, die ich mir selbst auferlegt habe. Aber was ist so schlimm daran, einmal nichts zu tun und seine Gedanken einfach mal schweifen zu lassen?

Im Urlaub habe ich mir fest vorgenommen, mir wieder mehr Me-Time zu gönnen und bewusst auch mal nichts zu tun. Ich verpasse nichts, wenn ich mir mal nur Zeit für mich gönne.

Minimalismus kann meiner Meinung nach auch das bewusste Reduzieren von unnötigem Gedankengut sein. Der eigene Körper gibt einem schon die Signale, wann es Zeit hierfür ist.

Es wird Herbst. Und dunkel – Teil II

Der goldene Herbst kommt. Das Laub färbt sich bunt, und gerade die Pfalz zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Bunte Weinberge, nebelverhangene Landschaften, Kastanien, Kürbissaison, (neuer) Wein, Zeit für lange Wanderungen und Spaziergänge.

Nur schade, dass sich das Wetter in den letzten Tagen doch nicht in bester Postkartenmotivmanier gezeigt hat. Es ist kalt, regnerisch, düster und ich bin nicht fit.

Vielleicht hilft es mir aber, wenn ich mich Thomas‘ Vorsatz anschließe und versuche, mich von der dunklen Jahreszeit nicht runterziehen zu lassen. Das schlechte Wetter wurde genutzt, um die aufgeschobenen Aufgaben abhaken zu können. Und die Tage, an denen es doch noch schön wird, werde ich nutzen, um in der Natur zu sein und doch ein wenig von diesem goldenen Herbst mitzubekommen.

Meine liebste Jahreszeit wird der Herbst nie sein, aber im Vergleich zum Sommer hat es jede Jahreszeit bei mir schwer. Aber bevor ich den endgültigen Herbstblues bekomme, versuche ich das Beste aus ihr zu machen.

Prokrastination

Morgens 06:30 Uhr, der Wecker klingelt. Da es Sommer ist, komme ich verhältnismäßig gut aus dem Bett. Das Essen für die Arbeit (heute kein Homeoffice) ist schnell zubereitet, währenddessen ist auch schon der Kaffee fertig. Ich liege gut in der Zeit, gönne mir noch einen zweiten Kaffee, lese sinnlose Onlineartikel und räume auf, was am Vortag liegengeblieben ist, weil ich ja so gut in der Zeit liege. Upps, ich liege wohl doch nicht mehr so gut in der Zeit, war noch nicht im Bad und der Kaffee für die Fahrt wollte doch auch noch gebrüht werden. HILFE! Trödeln kann ich!

Die nächste Hausarbeit steht an, 8 Wochen Bearbeitungszeit, easy! Ganz gemütlich sammle ich Quellen, erstelle eine erste grobe Gliederung, mache mich an die theoretischen Grundlagen. Läuft! Jetzt wird sich der Hauptteil ja eh von selbst schreiben, hat er ja schon früher immer gemacht. Nicht. Egal, jetzt muss ich mich erstmal wichtigeren Dingen widmen: Das gesamte Internet lesen, Pi auswendig lernen, Serien suchten, mich bei 35 Grad über Wintermäntel informieren, Textmarker farbig sortieren und überhaupt. Wie? Abgabe in 8 Stunden und nicht mehr in 8 Wochen?!

Ist der rote Faden erkennbar? Vielleicht kann es ja auch eine Form des Minimalismus‘ sein, auf hausgemachten Stress zu verzichten?

Ein Glas Wein mit Thomas

Nachdem Thomas den Start gemacht hat, bin ich jetzt dran, seine Fragen zum Thema Minimalismus zu beantworten. Hier also der zweite Teil unserer Fragerunde:

Nehmen wir an, wir wären endgültig reif für die Insel. Und wir dürften nur 5 Dinge mitnehmen. Was hättest du im Gepäck? 

  1. Sonnencreme, da ich alle Hoffnungen in eine Südseeinsel setze
  2. Eine Kopfbedeckung
  3. Bücher (Ich hoffe, dass das nur als ein Gegenstand zählt, siehe die dritte Frage)
  4. Ein Radio (Ich werde ja wohl bitte Empfang haben!)
  5. Eine super-duper Multifunktionsdecke (Nachts wird’s kalt und tagsüber wird sie zur Hängematte umfunktioniert. Gibt es so etwas schon?)

Und ja ich weiß, eigentlich sollte man eher an praktische Dinge denken: Verbandskasten, Erste-Hilfe-Set, Medikamentenvorrat, Wasser etc. Da ich aber glaube, dass ich nie unbeabsichtigt auf einer einsamen Insel landen werde, macht meine Liste für mich Sinn. Und ja, das Smartphone bleibt daheim.

Es gibt viele Dinge die wichtiger sind als Geld oder materieller Besitz. Welche Dinge sind das bei Dir? 

Gesundheit. Ist – glaube ich – selbsterklärend.

Weniger ist mehr, das liest und hört man oft. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Wo ist bei dir mehr einfach mehr?

Bücher, noch und nöcher! Ich weiß, dass E-Book-Reader eine tolle Sache sind und so einige Vorteile bieten. Sie sparen Platz und Gewicht, Bücher sind innerhalb von Sekunden verfügbar, Helligkeit und Schriftgröße lassen sich einstellen und und und.

ABER: Ich persönlich bevorzuge das gedruckte Wort: das Knacken, wenn man das erste Mal ein Buch aufschlägt, die Haptik, die schwarze Spur, die die Druckerschwärze an den Fingerspitzen hinterlässt, das Ein- und Umsortieren von Büchern in meinem Regal, *seufz*. Ich bin dann mal weg.