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Sehnsucht nach Draußen

In diesen Tagen schiebe ich einen regelrechten Blues. Die auch nach … wie lange geht das eigentlich schon mit Corona? Jedenfalls auch die nach vielen, vielen Monaten noch bestehenden, eher noch tiefergehenden Einschränkungen nerven mich gerade massiv. Zwar bin ich stets brav, aber es fällt schwer. Zumal ich nicht wirklich den Eindruck habe, dass unsere Landesvertreter und deren Verwaltungsapparat Herr der Lage sind. Aber Halt, auf diesem Blog soll es nicht um Politik gehen.

Wo waren wir also? Ach ja, der Blues. Mich zieht es raus. Wie gern würde ich mein Zelt samt Schlafsack in den Rucksack werfen. Noch etwas Kleinkram dazu, vieles braucht man ohnehin nicht. Und dann ab. Wohin? Spontan zieht es mich nach Skandinavien. Lediglich mit einer groben Himmelsrichtung als Ziel losgehen. Übernachten, wo es einem gefällt. Immer an der frischen Luft.

Das Schreiben dieser Zeilen und die damit einhergehenden Bilder in meinem Kopf machen mir Hoffnung. Oder verstärken sie den Blues? Nein nein, Hoffnung. Ja genau.

Ideen gegen die Langeweile – Teil 2

Nach dem ersten Artikel haben in den letzten Wochen noch andere Ausprägungen der bereits vorgestellten Ideen Wege kreuz und quer durch mein Gehirn genommen. Zwar setze ich nicht alle davon um, aber vielleicht findet sich ja der ein oder andere von euch darin wieder.

  1. Im letzten Artikel war eine Idee die Suche nach einem Indoor-Hobby. Ich greife diese erneut auf, weil ich gerade gelesen habe, dass die Modelleisenbahn einen Boom erfährt. Irgendwie logisch: Viele entdecken vielleicht gerade ihr altes Hobby wieder, oder sind auf der Suche bei den kleinen Zügen gelandet. Ich hätte auch meinen Spaß daran, aber nicht den Platz dafür.
  2. Die Modelleisenbahn führt mich zu anderen “Klassikern”: Briefmarken, Schallplatten, Modellbau, Holzbearbeitung?
  3. Kochen & Backen lernen. Ich habe damit zu Corona-Zeiten angefangen. “Glücklicherweise” komme ich so langsam voran, dass mich das noch lange beschäftigen kann und wird. Davon profitiere ich bereits jetzt: Nie wieder muss ich ekliges Baguette aus dem Supermarkt essen.
  4. Vielleicht gibt es noch das ein oder andere Thema, das bisher auf die lange Bank geschoben wurde. Zum Beispiel, weil es Recherchearbeit oder komplexe Entscheidungsfindung verlangt. Bei mir war das das Thema Altersvorsorge. Ich habe viel Zeit investiert, mich schlau gemacht und mir eine Strategie überlegt.
  5. Wie wäre es mit einer kleinen Midlife-Crisis? Das mache ich zum Beispiel gerade. Und das hat mich im Nachhinein betrachtet wohl auch zum Thema Altersvorsorge gebracht. Zwar glaube ich nicht, dass ich bereits die Mitte des Lebens erreicht habe. Und eine Krise habe ich eigentlich auch nicht. Aber ich ertappe mich immer öfter dabei, mir Gedanken darüber zu machen, wo ich mich in der Zukunft sehe – in vielerlei Hinsicht. Aber je nachdem, wie sehr man es übertreibt, kann das sicher als Midlife-Crisis durchgehen. Das Thema ist auch erfrischend vielseitig!

Wenn man nichts zu sagen hat…

…sollte man ja eigentlich den Mund halten. Dann dachte ich aber, dass es eigentlich für den Autor eines Blogs zum Thema Minimalismus eher positiv zu sehen sein sollte, wenn er nichts zu sagen hat. Darüber könnte man wiederum schreiben! Und nur einen Moment später dachte ich, ich habe doch etwas zu sagen. Man möge mir den Schreibstil verzeihen, ich verwirre mich selbst auch.

Was möchte ich denn eigentlich nun sagen? Nun ja, es gibt gerade nichts auszumisten, nichts zu sortieren oder zu organisieren. Die Schäfchen sind im Trockenen, Verträge auf ein Minimum reduziert, Ausgaben im Griff, Verpflichtungen ebenso. Ein Grund zum Ausruhen? Nein, denn eigentlich ist das materielle und finanzielle klar Schiff machen für mich nur der naheliegendste Ansatzpunkt zum Thema Minimalismus.

Und nun? Ich glaube derzeit, der nächste Ansatzpunkt, der bin ich selbst. Den Kopf freibekommen. Mich auf die Dinge fokussieren, die mich im Leben weiterbringen und mir positives geben. Zwar praktiziere ich das an sich schon länger, habe aber nun die “Kapazität”, mich vollumfänglich darauf einzulassen.

So habe ich nun doch etwas zu sagen: Ich befasse mich gerade mit den weiteren Facetten von dem, was ich für mich als den einen, meinen Minimalismus definiere.

Vernunft kann so schwer sein

In diesen Tagen macht sich Frust breit. Bisher, das muss ich klar sagen, hat mich die Corona-Krise zwar eingeschränkt, mir aber rational betrachtet nur wenig Schaden zugefügt. Wenig? Naja, schlimm genug, ich denke vor allem an die Einschränkung sozialer Kontakte. Aber: Ich kann von zu Hause aus arbeiten, meinen Hobbies nachgehen. Was abseits von der sozialen Komponente fehlt, das ist mehr oder weniger Luxus für mich.

Für mich? Ja. Denn es muss klar sein, dass von dem, was für mich Luxus ist, die Existenz anderer Menschen abhängt. Das macht mich traurig, aber ich kann es leider nicht wirklich ändern, beziehungsweise nur in geringem Maß beeinflussen.

Was ist in den letzten Tagen passiert? Eigentlich nichts Neues. Es nervt einfach nur. Ich zeige also gerade Nerven. Und ich mag gerade nicht mehr vernünftig sein, denn das war ich einfach schon sehr lange. Und es ändert sich gefühlt nichts.

Was könnte man dagegen unternehmen? Shoppen im Internet? Nein, bitte nicht. Das macht nicht zufriedener. Es lenkt nur ganz kurz ab. Außerdem brauche ich gerade nichts. Etwas aufräumen? Igitt. Ich könnte meine Co-Autorin mit meinen Gedanken nerven. Notiert.

Wie die Zeit vergeht

Kennt ihr diese Momente in denen ihr so etwas denkt wie “Wie schnell die Zeit vergeht! Was habe ich in der letzten Woche eigentlich gemacht, irgendwie ging sie so schnell vorbei”? Ich erwische mich gerade in letzter Zeit immer häufiger bei diesen Gedanken.

Eigentlich hätte ich zunehmend das Gegenteil erwartet. Bedingt durch Corona kann man ja gerade zum Feierabend nur eingeschränkt etwas unternehmen. Abends eine Runde spazieren gehen. Zwar kann ich Personen besuchen, beschränke das aber auf mein engstes Umfeld. Als Alternative würde mir außerdem noch einfallen, abends Sport zu treiben. Aber das war bedingt durch das Wetter lange kein Vergnügen.

Wie im Beitrag Ideen gegen die Langeweile beschrieben, habe ich eigentlich genug zu tun. Vermutlich auch deswegen rast gefühlt die Zeit. Kaum ist Montag, ist schon wieder Freitag. Und das Wochenende ist natürlich sowieso viel zu schnell vorbei. Wenn ich mich aber nicht wirklich an ein Highlight in meiner Freizeit erinnern kann, sollte ich da etwas unternehmen.

Vielleicht setze ich die falschen Prioritäten? Vielleicht habe ich Freizeitstress? Eigentlich nicht, zumindest glaube ich das nicht. Aber ich denke langsam dennoch, dass ich mir etwas Entschleunigung suchen sollte. Dass das auch wieder Zeit erfordert, muss ich wohl oder übel in Kauf nehmen.

Vorfreude ist auch eine Freude

Aber nicht die schönste Freude. Zumindest für mich nicht. Dennoch habe ich in diesen Tagen Vorfreude gespürt, und dadurch auch ein wenig die aktuellen Ein- und Beschränkungen aufgrund von Corona ausblenden können. Was ist passiert?

Ich habe eine längere Wanderung geplant. Wann, wie lange und wohin spielt eigentlich gar keine Rolle. Vielmehr geht es mir in diesem Beitrag um die Organisation. Die Planung der Route, die Wahl der Etappen hinsichtlich Länge und zu überwindender Höhenmeter. Die auch nach Stunden nicht beantworteten Fragen bzgl. der Ausrüstung. Was kommt in den Rucksack und was nicht? Was macht Sinn? Was beruhigt eher, wird aber voraussichtlich sowieso nicht gebraucht? Was ist unterwegs vorhanden?

Schon erwischte ich mich dabei, bis spät abends vor meinen Karten, Tabellen und Listen zu sitzen, und mich einfach auf das zu freuen, was da auf mich zu kommt. Und falls es bis dahin nicht möglich ist, die Reise wie geplant durchzuführen, wird sie einfach verschoben. Denn Vorfreude ist, wie ich ja inzwischen weiß, auch eine Freude.

Die beste Optimierung: Ein eigener Werkzeugkasten

Ich oute mich als einen Menschen, der in seinem Leben schon zahlreiche Ratgeber gelesen hat. Wie man richtig aufräumt, wie man effizient arbeitet. Wie man sich selbst in verschiedensten Bereichen optimiert. Mittlerweile hab ich eine für mich entscheidende Sache gelernt: Ich lasse mir von keinem Ratgeber mehr erzählen, was mich zufriedener, oder mein Leben besser macht. Denn das sollte ich ja eigentlich selbst wissen.

Natürlich muss ich hier differenzieren. Durch einen Ratgeber zu fachlichen Themen kann ich mich weiterbilden, mein Wissen vertiefen oder mir zukünftig bestimmte Aufgaben erleichtern. Tatsachen, zum Beispiel aus der Trainingslehre, sind eben Tatsachen. Und wenn ich falsch trainiere, erreiche ich mein Ziel nicht. Oder schade mir gar selbst.

Meine Ablehnung geht eher in die Richtung der Versprechungen “Zufriedener in x Schritten”, “Wie Sie zu sich selbst finden” etc. Woher möchte ein mir fremder Mensch denn wissen, wie mein Kopf tickt? Stattdessen mache ich mir meine eigenen Gedanken. Hierbei versuche ich auch, mir gegenüber eine gewisse Objektivität walten zu lassen.

Stört mich eine Eigenschaft an mir, kann ich die Änderung angehen. Ich kann versuchen gegenzusteuern, Bewusstsein für etwas zu erlangen, Gewohnheiten zu ändern oder meinen Sturkopf sinnvoll einzusetzen. Ich verfüge über meinen eigenen Werkzeugkasten. In vielen Fragen des Lebens brauche ich keinen Ratgeber mehr.

Ideen gegen die Langeweile

Vorab: Ich habe (noch) keine Langeweile. Das liegt aber bestimmt zum einen daran, dass ich Hobbies habe, denen ich auch in Zeiten von Corona, eventuellen Ausgangsbeschränkungen und geschlossenen Freizeitstätten nachgehen kann. Zum anderen habe ich mir aber auch mehrmals Gedanken darüber gemacht, was ich mit meiner Freizeit gerade so anstellen könnte.

  1. Schon einmal darüber nachgedacht, einen Blog zu erstellen?
  2. Aufräumen und Ausmisten. Das musste ja kommen. Aber das ist doch auch eine prima Gelegenheit! Den Kleiderschrank, die Bücherregale, den Schrank im Wohnzimmer. Die Kiste mit den sieben Sachen. Den Geldbeutel. Natürlich nicht alles auf einmal. Aber warum nicht z.B. eine Viertelstunde am Tag?
  3. Beim Schreiben von “das musste ja kommen” kam mir eine weitere Idee, die ja kommen musste: Steuererklärung. Entschuldigung, ist nur halb ernst gemeint.
  4. Einfach mal etwas neues ausprobieren. Ich habe z.B. im Januar einfach mal Baguette gebacken. Man konnte es sogar essen. Nächste Stufe: Zwölfstöckige Torte. Oder einfach noch einmal Baguette.
  5. War da nicht das eine Zimmer, das man seit einem Jahr neu streichen oder tapezieren möchte? Und wenn das Zimmer sowieso ausgeräumt werden muss: Siehe Punkt 2.
  6. Es kommen auch wieder andere Zeiten. Wie wäre es mit Urlaubsplanung? Vorfreude ist die schönste Freude. Oh je. Schon wieder “das musste ja kommen”. Ich höre jetzt damit auf, versprochen.
  7. Schuhe an, raus aus dem Haus und eine Runde gehen. Klingt einfach, ist es auch. Und bringt einen auf andere Gedanken.
  8. Ein Videoabend mit Freunden. Lässt sich je nach technischer Ausstattung auch zum Spieleabend machen. Ist zwar nicht so wie sonst, aber macht auch Spaß.
  9. Sich ein Indoor-Hobby suchen. Ich bin wie gesagt bereits versorgt und habe eher das Problem zu vieler Interessen. Die Möglichkeiten sind so vielfältig. Eine neue Sprache lernen? Fernstudium oder Weiterbildung? Kochen? Yoga? Kraftsport mit Eigengewicht? Schreiben? Lesen? Musizieren?
  10. Je schneller man sich mit einer neuen Situation abfindet, umso besser kommt man mit ihr klar. Einer meiner Lieblingssprüche. Denn ich finde, da steckt viel Wahrheit drin.

Neujahrsidee 3: Mehr Konsum

Mehr was? Wollte ich nicht eine Konsumdiät machen? Ja, nur ist es strenggenommen keine Konsum-, sondern eine Kaufdiät. Ich möchte nichts neues kaufen, sondern das konsumieren, was ich schon habe. Und wenn ich darüber nachdenke, habe ich eine Menge.

Da ist das unbenutzte Parfüm, das seit Jahren im Badschrank steht. Oder die Kernseife (ohne Parfüm, das gibt es tatsächlich noch). Stattdessen kaufe ich mir neues Duschgel. Ich habe auch noch einige Bücher, die mich wirklich interessieren. Angerührt habe ich sie aber noch nicht. Wenn dann nur, um sie von einem Regal in das andere zu stellen.

Warum eigentlich? Das weiß ich selbst nicht so genau. Warum brauche ich nicht erst auf, was ich bereits besitze? Es ist ja nicht so, dass mich die Gegenstände nicht interessieren, oder meinen Geschmack nicht treffen. Im Gegenteil. Die Antwort kann für mich nur sein: Weil ich zu viel davon habe. Die Konsum-, pardon, die Kaufdiät wirkt dem in die eine Richtung entgegen. Die andere gehe ich an – ich verbrauche erst einmal das, was ich habe.

Neujahrsidee 2: Kostenüberblick

Nachdem mit der Konsumdiät als Neujahrsidee 1 der Anfang gemacht wurde, kommt nun auch bereits die zweite Idee. Diese ist eigentlich langweilig und bürokratisch. Aber auch enorm hilfreich: Die Aktualisierung meiner eigenen Kostenübersicht.

Wann wird eigentlich welche Versicherung abgebucht? Und welcher Betrag ist dabei fällig? Sind die Verträge eigentlich noch zeitgemäß? Zur Beantwortung dieser Fragen muss man bereits ein wenig in die Thematik eintauchen. Das birgt aber auch Verbesserungspotenziale in sich. Zum Beispiel besser zur eigenen Lebenssituation passender Schutz, oder geringere Beiträge durch einen Wechsel. Oder gar der Wegfall einer Versicherung, zum Beispiel weil es den versicherten Gegenstand gar nicht mehr gibt.

Mein primäres Ziel ist es, mit meiner Kostenübersicht genau darüber Bescheid zu wissen, welche Fixkosten ich im Monat habe. Und worauf ich verzichten kann, beziehungsweise wo ich ggf. einsparen könnte. Auch stolpere ich hier und dort einmal über eine Aufgabe, die eigentlich sofort angegangen werden kann. In dieser Runde habe ich nicht nur meine Übersicht aktualisiert, sondern quasi nebenbei noch eine Versicherung gekündigt und den Mobilfunkanbieter gewechselt.

Einen guten Start in das neue Jahr!