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Corona und das Blattgold

Ich habe befürchtet, dass es mit Beginn des Herbstes schlimmer wird. Und nun ist es wieder soweit: Man bekommt kein Klopapier mehr. Oder wie ich es inzwischen nenne: Blattgold. Dies ist, das habe ich in diesem Jahr gelernt, die zuverlässigste Warnung in diesem Land. Nun geht es also wieder los, die Beschränkungen werden konsequenter und strenger. Und wieder stellt sich für jeden die Frage, wie man mit der Situation am besten umgeht.

Abseits der Tatsache, dass die Gesundheit meiner Mitmenschen (und meine eigene) absoluten Vorrang hat, habe ich mir vor allem zur eigenen wirtschaftlichen Situation Gedanken gemacht. Was wäre wenn? Zum Beispiel wenn die Wirtschaft sich so entwickelt, dass ich im kommenden Jahr arbeitslos werde? Kein schöner Gedanke.

Dennoch: Was mir hilft ist die Gewissheit, nicht viel zu brauchen. Wie viel Geld man ausgibt, und wie viel Geld man braucht, sind zwei vollkommen unterschiedliche Größen. Die zweite Größe habe ich auch in diesem Jahr weiter nach unten geschraubt. Das lässt mich besser schlafen. Wenn ich jetzt noch irgendwo Toilettenpapier bekommen könnte…

Wenn einfach nicht mehr alles in Butter ist…

Die Regale in unseren Supermärkten, für mich Sinnbild von Überversorgung und Überangebot. Immer neue Produkte, davon immer mehr, immer ähnlicher, immer austauschbarer. Muss das wirklich sein? Ist das wirklich noch erstrebenswert?

…oder man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht…

Ich stehe also im Supermarkt und möchte Butter kaufen. Nein, nicht gesalzen. Besonders einfach zu streichen? Ist Butter doch auch, man muss sie nur rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen. Fettreduziert & Leicht? Nein, Butter. Leichte Butter, wer denkt sich so etwas überhaupt aus?

Beim Kauf von Butter gilt es mittlerweile das Produkt zu finden, welches auch wirklich einfach nur Butter ist. Genauso ist es bei Milch. Oder bei Buttermilch. Da frage ich mich: Möchte das die Mehrheit der Menschen wirklich? Verbinden wirklich so viele Konsumenten diese für mich unsinnige Vielfalt, die am Ende doch keine ist, mit Lebensqualität und Freiheit?

Ein alljährliches Problem rückt näher

Das eigentlich verursachende Problem zuerst: Ich habe bald Geburtstag. Das ist an sich nicht schlimm, wird jedoch jedes Jahr zur Materialschlacht. Ein Luxusproblem, keine Frage. Denn mein Problem besteht nicht darin, dass man mir nicht genug materielle Dinge schenkt. Mein Problem ist, dass ich nicht wenig genug bekomme.

Seit Jahren wünsche ich mir immaterielle Dinge. Ein Abendessen, ein Treffen, eine gemeinsame Aktivität. Und wenn es doch etwas Materielles sein soll, sind es z.B. Verschleißteile fürs Fahrrad. Das sind meine Wünsche, diese Dinge bereiten mir Freude. Die vorherrschende Meinung in der Gesellschaft scheint aber zu sein, dass das nicht ausreicht. Zeit? Einfach zur Zeit? Oder Bremsbeläge fürs Rad? Das kann doch kein richtiges Geschenk sein. Doch, das ist es. Zeit ist für mich mit das Wertvollste, was man schenken kann. Oder Dinge, die ich wirklich brauche.

Was ich hier schreibe, ist nicht böse gemeint. Im Gegenteil. Ich freue mich, dass die Menschen in meinem Umfeld darüber nachdenken, wie sie mir eine Freude machen können. Aber ich frage mich, warum sie mir nicht glauben, wenn ich ihnen sage, womit sie mir eine Freude machen können. Bzw. warum sie glauben, Zeit alleine würde nicht reichen. Irgendwann komme ich dahinter. Vielleicht im nächsten Jahr?

Es wird Herbst. Und dunkel.

An diesem Wochenende ist es schon deutlich zu spüren: Der Herbst kommt. Und während die einen von den schönen Farben der Wälder reden, versuche ich, nicht depressiv zu werden. Ich hasse Herbst. Und Winter erst Recht. Zugegeben, die erwähnte Farbvielfalt im Wald sieht wirklich schön aus. Aber das war es dann auch schon. Denn nun kommt bald wieder die Zeit, in der man im Dunkeln zur Arbeit geht und auch nach Hause kommt. Die berühmte dunkle Jahreszeit. Die kalte Zeit. Wenn es wenigstens Schnee geben würde. Aber die letzten Jahre hat es eigentlich nur geregnet. Regen und Kälte, eine der ekelhaftesten Kombinationen.

Nun gibt es ja aber auch positive Aspekte. Man könnte die Zeit zuhause nutzen. Renovieren? Den Papierkram auf Vordermann bringen? Oder Artikel für den Blog schreiben. Tatsächlich habe ich mich heute schon dabei erwischt, über Neujahrsvorsätze nachzudenken. Aber warum bis zum ersten Januar warten? Es gibt so viel zu tun, und so viele Ideen.

Daher mein erster Vorsatz: Nicht von der dunklen Jahreszeit runterziehen lassen. Stattdessen möchte ich die Dinge erledigen, die ich klassisch vor mir hergeschoben habe. Ein Ansatz wäre, an diesem Wochenende einmal meine Ordner durchzugehen und nicht mehr benötigte Unterlagen zu entsorgen. Das habe ich nämlich schon eine ganze Weile nicht mehr getan – das Wetter war zu schön.

Macht Geld glücklich?

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Macht Geld wirklich glücklich? Muss es immer mehr sein? Mittlerweile habe ich mir die Frage beantwortet. Nein, Geld macht nicht glücklich. Aber man braucht Geld um glücklich zu sein. Getreu dem Motto “liberal minimal” liegt die Antwort für mich in der Mitte.

Es braucht ein gewisses Einkommensniveau, um glücklich zu sein. Glücklich in Bezug auf Finanzen bedeutet für mich, sich keine Sorgen um Geld machen zu müssen. Nun kommt es aber auch auf die eigenen Lebensverhältnisse an. Sie bestimmen, wie hoch dieses notwendige Einkommensniveau ist.

Ich möchte mir um die Katastrophen des Alltags keine (finanziellen) Gedanken machen müssen. Waschmaschine oder Auto kaputt? Reparieren oder gegebenenfalls ersetzen. Ohne ängstlichen Blick aufs Konto. Kurz genervt sein, dann ist das Thema auch schon erledigt.

Zwei Wege sind aus meiner Sicht möglich, um das zu erreichen: Ausgaben reduzieren oder Einnahmen erhöhen. Zugegeben, beides in Kombination ist auch ein möglicher Weg. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin: Ich brauche keinen Neuwagen. Ein Gebrauchter bringt mich auch von A nach B. Ständig neue Möbel, Unterhaltungselektronik, Kleidung etc.? Diese Dinge machen mich nicht glücklicher. Das musste ich aber erst lernen.

Ärger über den Ärger

Am letzten Wochenende habe ich eine Radtour unternommen. Das Wetter war hervorragend, die Strecke hat Spaß gemacht. Ich war flott unterwegs, die Bodenverhältnisse hätten kaum besser sein können. Die Einkehr unterwegs war herrlich. Ein Kurzurlaub am Samstag, Erholung für den Kopf und eine willkommene Ablenkung vom Büroalltag durch Bewegung.

Zuhause angekommen stelle ich fest, dass mein ohnehin ungeliebtes GPS wieder einmal durch nicht funktionierende Software eine fehlerhafte Aufzeichnung erstellt hat. Diese ließ sich weder auslesen noch auswerten. Darüber habe ich mich sehr geärgert und auch aufgeregt. Im Nachgang habe ich mich dann noch einmal geärgert. Und zwar darüber, dass ich mich geärgert habe. Warum eigentlich?

Weil ich eine schöne Radtour gemacht habe? Bei tollem Wetter? In schöner Natur? Das wäre sinnlos. Genauso sinnlos, wie mir den Spaß daran durch ein blödes, unnötiges Gerät verderben zu lassen. Denn eigentlich ist es doch egal, wie weit ich gefahren bin. Oder wieviele Höhenmeter bewältigt wurden. Hauptsache, ich hatte dabei meinen Spaß.

Würde ich nicht noch mehr Spaß haben, wenn ich mich weder während noch nach der Fahrt über das blöde Gerät ärgern würde? Ich werde es ausprobieren. Denn eigentlich ist ja der Weg das Ziel, nicht die Auswertung.

Es ist still geworden

Erschrocken stelle ich fest, dass schon wieder eine Woche vorbei ist. Die Zeit rast. Ich arbeite, mache Sport, lese seit langem wieder einmal ein Buch. Und ich habe noch ein anderes Buch hier liegen, das mich interessiert. Aber da war doch noch etwas? Ach ja, dieser Blog. Nein, eigentlich empfinde ich das Schreiben hier nicht als lästige Notwendigkeit oder gar Verpflichtung. Im Gegenteil, es macht Spaß. Es kann also ruhig wieder lauter werden. Vielleicht habe ich auch einfach unbewusst eine kreative Pause gemacht?

Wieder einmal Montag

oder endlich wieder Montag?

Der Wecker klingelt um 5:50 Uhr. Bis ich es aus dem Bett schaffe, vergehen noch einige Minuten. Zähne putzen, die am Vorabend gerichteten Fahrradklamotten anziehen. Um kurz nach sechs sitze ich auf dem Rad. Die 8 Grad machen schlagartig wach. Gemütlich fahre ich meine kürzeste Stammstrecke. Ankunft im Büro, es ist gerade halb sieben durch. Eine schnelle Dusche, noch vor sieben Uhr sitze ich am Schreibtisch.

Ich habe mir heute genau überlegt, was ich schaffen möchte. Der Plan geht auf. Ein schönes Gefühl. Um kurz nach vier setze ich mich wieder auf mein Fahrrad. Die Sonne scheint, es geht etwas Luft. Ich entscheide mich für die längere Route nach Hause. Viel Grün, viel Wald, wenig Asphalt und Trubel. Fast eine Stunde später komme ich gut gelaunt zu Hause an.

Eigentlich war das kein übler Montag. Und ganz ohne Stress.

Verfügbarkeit vs. Besonderheit

Ich war gerade eine Woche in den Bergen, in Österreich und Italien. Wie immer gab und gibt es dort Dinge, die es sonst für mich nicht gibt. Dazu gehören neben den mittlerweile fast wehmütig vermissten Klängen der Kuhglocken und wunderschönen Landschaften auch Produkte, die ich bei uns im Supermarkt nicht kaufen kann. Oder Speisen, die bei uns einfach nicht schmecken.

Seit ich zum Beispiel auf einer österreichischen Alm einmal Kaiserschmarrn gegessen habe, würde mir nicht einmal mehr im Traum einfallen, selbigen bei uns zu bestellen. Das Gleiche gilt für Apfelstrudel. Beides an sich relativ einfache Gerichte, bei uns aber ruiniert durch Convenience-Produkte und wohl auch mangelndes Können. Und dort so viel besser in Kombination mit regionaler Verbundenheit und Landschaft. Vieles gilt natürlich auch umgekehrt. Ein Mittagessen samt Rieslingschorle in einer schönen Pfälzerwaldhütte brauchen sich nicht zu verstecken.

Im Falle von Produkten wäre es ja relativ einfach machbar, diese zum Beispiel auch in Deutschland anzubieten. Aber wären diese Produkte dann für mich noch etwas Besonderes? Würde ich sie noch mit Urlaub verbinden? Wohl eher nicht. Also verzichte ich lieber fünfzig Wochen im Jahr darauf. In diesem Sinne: Ich freue mich auf meine nächste hausgemachte Pasta in Italien samt einer bestimmten Zitronenlimonade. Und auf einen schönen Apfelstrudel in Österreich. Mit Staubzucker. Dazu bitte Kuhglocken.