Die Versuchung des Konsums

Reduzierte Mehrwertsteuer, Sonderangebote, Rabattaktionen, Kundenkarten und haste-nicht-gesehen-Wochen sollen die Wirtschaft wieder ankurbeln. Sollen anregen zu Konsum auf altem Niveau, vor der Corona-Krise. Ich komme mir vor, als würden von allen Seiten Hände an mir ziehen um mich dazu zu bewegen, irgendetwas anzuschaffen.

Die wachstumsorientierte Ökonomie hat es nicht mehr so leicht mit mir. Nicht mehr so leicht wie noch vor einigen Jahren. Fast könnte sie einem etwas leidtun. Aber sie hat es doch auch wirklich übertrieben. Und das über eine sehr lange Zeit. Immer mehr, in immer kürzeren Abständen. Immer neue Bedürfnisse im Kunden wecken, Probleme aufzeigen und Lösungen dafür präsentieren.

Nur gibt es da ein Problem mit den aufgezeigten Problemen. Denn sie sind für mich nahezu ausnahmslos keine Probleme. Mich stört es nicht, dass meine Wäsche nicht nach künstlicher Meeresfrische riecht. Daher verspüre ich nicht das Bedürfnis, irgendwelche Duftperlen in die Waschmaschine zu werfen. Immer neue Kreationen an Zahnpasta, die gefühlt dreihundertste Variante eines Produktes, welches schon in der Urfassung nicht schmeckt. Nein, ich brauche das alles einfach nicht.

Ich brauche es nicht nur nicht, ich möchte es auch nicht mehr. Weder meine Gedanken und Zeit noch mein Geld oder sonst irgendeine meiner Ressourcen möchte ich dafür aufwenden. Stattdessen erfreue ich mich an der neugewonnenen Einfachheit. Gleichzeitig bin ich erstaunt, wie wenig ich mir tatsächlich kaufe, wenn ich Kaufentscheidungen bewusst treffe.

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