Wieder einmal Montag

oder endlich wieder Montag?

Der Wecker klingelt um 5:50 Uhr. Bis ich es aus dem Bett schaffe, vergehen noch einige Minuten. Zähne putzen, die am Vorabend gerichteten Fahrradklamotten anziehen. Um kurz nach sechs sitze ich auf dem Rad. Die 8 Grad machen schlagartig wach. Gemütlich fahre ich meine kürzeste Stammstrecke. Ankunft im Büro, es ist gerade halb sieben durch. Eine schnelle Dusche, noch vor sieben Uhr sitze ich am Schreibtisch.

Ich habe mir heute genau überlegt, was ich schaffen möchte. Der Plan geht auf. Ein schönes Gefühl. Um kurz nach vier setze ich mich wieder auf mein Fahrrad. Die Sonne scheint, es geht etwas Luft. Ich entscheide mich für die längere Route nach Hause. Viel Grün, viel Wald, wenig Asphalt und Trubel. Fast eine Stunde später komme ich gut gelaunt zu Hause an.

Eigentlich war das kein übler Montag. Und ganz ohne Stress.

Verfügbarkeit vs. Besonderheit

Ich war gerade eine Woche in den Bergen, in Österreich und Italien. Wie immer gab und gibt es dort Dinge, die es sonst für mich nicht gibt. Dazu gehören neben den mittlerweile fast wehmütig vermissten Klängen der Kuhglocken und wunderschönen Landschaften auch Produkte, die ich bei uns im Supermarkt nicht kaufen kann. Oder Speisen, die bei uns einfach nicht schmecken.

Seit ich zum Beispiel auf einer österreichischen Alm einmal Kaiserschmarrn gegessen habe, würde mir nicht einmal mehr im Traum einfallen, selbigen bei uns zu bestellen. Das Gleiche gilt für Apfelstrudel. Beides an sich relativ einfache Gerichte, bei uns aber ruiniert durch Convenience-Produkte und wohl auch mangelndes Können. Und dort so viel besser in Kombination mit regionaler Verbundenheit und Landschaft. Vieles gilt natürlich auch umgekehrt. Ein Mittagessen samt Rieslingschorle in einer schönen Pfälzerwaldhütte brauchen sich nicht zu verstecken.

Im Falle von Produkten wäre es ja relativ einfach machbar, diese zum Beispiel auch in Deutschland anzubieten. Aber wären diese Produkte dann für mich noch etwas Besonderes? Würde ich sie noch mit Urlaub verbinden? Wohl eher nicht. Also verzichte ich lieber fünfzig Wochen im Jahr darauf. In diesem Sinne: Ich freue mich auf meine nächste hausgemachte Pasta in Italien samt einer bestimmten Zitronenlimonade. Und auf einen schönen Apfelstrudel in Österreich. Mit Staubzucker. Dazu bitte Kuhglocken.

Prokrastination

Morgens 06:30 Uhr, der Wecker klingelt. Da es Sommer ist, komme ich verhältnismäßig gut aus dem Bett. Das Essen für die Arbeit (heute kein Homeoffice) ist schnell zubereitet, währenddessen ist auch schon der Kaffee fertig. Ich liege gut in der Zeit, gönne mir noch einen zweiten Kaffee, lese sinnlose Onlineartikel und räume auf, was am Vortag liegengeblieben ist, weil ich ja so gut in der Zeit liege. Upps, ich liege wohl doch nicht mehr so gut in der Zeit, war noch nicht im Bad und der Kaffee für die Fahrt wollte doch auch noch gebrüht werden. HILFE! Trödeln kann ich!

Die nächste Hausarbeit steht an, 8 Wochen Bearbeitungszeit, easy! Ganz gemütlich sammle ich Quellen, erstelle eine erste grobe Gliederung, mache mich an die theoretischen Grundlagen. Läuft! Jetzt wird sich der Hauptteil ja eh von selbst schreiben, hat er ja schon früher immer gemacht. Nicht. Egal, jetzt muss ich mich erstmal wichtigeren Dingen widmen: Das gesamte Internet lesen, Pi auswendig lernen, Serien suchten, mich bei 35 Grad über Wintermäntel informieren, Textmarker farbig sortieren und überhaupt. Wie? Abgabe in 8 Stunden und nicht mehr in 8 Wochen?!

Ist der rote Faden erkennbar? Vielleicht kann es ja auch eine Form des Minimalismus‘ sein, auf hausgemachten Stress zu verzichten?

Ein Glas Wein mit Thomas

Nachdem Thomas den Start gemacht hat, bin ich jetzt dran, seine Fragen zum Thema Minimalismus zu beantworten. Hier also der zweite Teil unserer Fragerunde:

Nehmen wir an, wir wären endgültig reif für die Insel. Und wir dürften nur 5 Dinge mitnehmen. Was hättest du im Gepäck? 

  1. Sonnencreme, da ich alle Hoffnungen in eine Südseeinsel setze
  2. Eine Kopfbedeckung
  3. Bücher (Ich hoffe, dass das nur als ein Gegenstand zählt, siehe die dritte Frage)
  4. Ein Radio (Ich werde ja wohl bitte Empfang haben!)
  5. Eine super-duper Multifunktionsdecke (Nachts wird’s kalt und tagsüber wird sie zur Hängematte umfunktioniert. Gibt es so etwas schon?)

Und ja ich weiß, eigentlich sollte man eher an praktische Dinge denken: Verbandskasten, Erste-Hilfe-Set, Medikamentenvorrat, Wasser etc. Da ich aber glaube, dass ich nie unbeabsichtigt auf einer einsamen Insel landen werde, macht meine Liste für mich Sinn. Und ja, das Smartphone bleibt daheim.

Es gibt viele Dinge die wichtiger sind als Geld oder materieller Besitz. Welche Dinge sind das bei Dir? 

Gesundheit. Ist – glaube ich – selbsterklärend.

Weniger ist mehr, das liest und hört man oft. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Wo ist bei dir mehr einfach mehr?

Bücher, noch und nöcher! Ich weiß, dass E-Book-Reader eine tolle Sache sind und so einige Vorteile bieten. Sie sparen Platz und Gewicht, Bücher sind innerhalb von Sekunden verfügbar, Helligkeit und Schriftgröße lassen sich einstellen und und und.

ABER: Ich persönlich bevorzuge das gedruckte Wort: das Knacken, wenn man das erste Mal ein Buch aufschlägt, die Haptik, die schwarze Spur, die die Druckerschwärze an den Fingerspitzen hinterlässt, das Ein- und Umsortieren von Büchern in meinem Regal, *seufz*. Ich bin dann mal weg.

Ein Glas Wein mit Jennifer

Jennifer und ich hatten die Idee, für den jeweils anderen Fragen zum Thema Minimalismus und Reduktion aufzuschreiben. Hier also im ersten Teil meine Antworten auf Jennifers Fragen. Ihre Antworten auf meine Fragen finden sich hier.

Wie kam es dazu, dass du damit begonnen hast, dich mit dem Thema Minimalismus zu beschäftigten?

Da kamen verschiedene Dinge zusammen. Ich weiß noch, dass eine Dokumentation mein grundlegendes Interesse für das Thema geweckt hat. Darin wurden auch verschiedene Blogs und Bücher genannt, von denen ich mir dann einige zu Gemüte führte.

Ich fand es faszinierend und bewundernswert, mit welcher Konsequenz manche das Konzept des Minimalismus leben. Auch wenn mir manche Ansätze zu radikal sind. Ich möchte ja nicht zwanghaft jeden Gegenstand aus dem Haus werfen. Vielmehr fühlte ich mich dabei erwischt, viele Dinge zu besitzen, die ich nicht mehr brauche. Oder die ich noch nie gebraucht habe. Der Gedanke, die Anschaffung genau solcher Dinge zukünftig zu lassen, brachte mich dann dazu, mich mit dem Thema zu befassen.

Damit einhergehend kamen dann die ersten positiven Nebeneffekte. Das befreiende Gefühl beim Verschenken, Verkaufen und Entsorgen zum Beispiel. Oder die finanzielle Ersparnis, weil einfach weniger gekauft wird. Diese haben mich motiviert, in dieser Hinsicht weiter an mir selbst zu arbeiten und Gewohnheiten zu hinterfragen. Es dauerte nicht allzu lange, bis das Thema auch in anderen Bereichen Einzug hielt. Oft fühle ich mich mit weniger wohler. Ich vermute, die meisten Menschen finden wie ich den Einstieg in das Thema im materiellen Bereich.

Wie denken andere über deine Einstellung zum Thema Minimalismus? Gibt es jemanden in deinem Umfeld, der das gar nicht nachvollziehen kann bzw. belächelt?

Für viele Menschen in meinem Umfeld ist das glaube ich gar nicht direkt ersichtlich. Ich lebe ja nicht in einem Tiny House und lehne jeden Konsum kategorisch ab. In meinem Fall sind es eher viele Kleinigkeiten, bei denen ich einfach anders ticke, als die Mehrheit.

Gerade anfangs hatte ich aber das Gefühl, dass manche Menschen meine Gedanken dazu nicht ernst nehmen. Vielleicht hielten sie es auch nur für eine vorübergehende Phase. Damit habe ich aber kein Problem, ich möchte niemanden bekehren.

Beschreibe den positiven Effekt des Minimalismus’ für dich in einem Satz.

Mehr Zeit, Energie und Geld für das zu haben, was mir wichtig ist und Freude bereitet.

Was ich wollte, aber nicht brauchte

In letzter Zeit habe ich mich mehrfach in Kauflaune erwischt. Vom Ebook-Reader bis zu neuen Kopfhörern. Nicht dass die alten Kopfhörer nicht mehr funktionieren würden. Es gab objektiv gesehen überhaupt gar keinen Grund, sie zu ersetzen. Das ist mir zum Glück dann auch rechtzeitig eingefallen. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Und wie ich auf den Ebook-Reader kam, weiß ich schon gar nicht mehr. Denn der eigentliche Witz ist: Ich lese nur sehr selten ein Buch. Im beruflichen Umfeld sind die Informationen aus dem Netz und allerhöchstens Zeitschriften aktueller, Bücher werden dort nur selten als Nachschlagewerke verwendet.

Privat habe ich die letzten Bücher am Rechner gelesen. Zugegeben, das ist nicht wirklich stilvolles Lesen. Da ich mir aber gleichzeitig auch Notizen gemacht habe, war es ungemein praktisch. Lange Rede kurzer Sinn: Ich brauche keinen Ebook-Reader. Zum einen lese ich wenig, zum anderen keine Romane sondern eher Fachliteratur.

Wie kamen denn aber nun diese Kaufideen in meinen Kopf? Auch unbewusst prasseln den ganzen Tag Werbe- und Kaufreize auf uns ein. Manchmal ist es gar nicht so leicht, dies an sich abprallen zu lassen. Aber Übung macht den Meister. Hilfreich ist auf jeden Fall der Tipp, Kaufwünsche auf eine Liste zu schreiben und sie sich erst nach z.B. dreißig Tagen zu erfüllen. Meistens besteht der Wunsch dann gar nicht mehr.

Wieder einfach mal raus

Mischung aus Geschichtsunterricht, Panorama und Modelleisenbahn: Das Obere Mittelrheintal

Zum wiederholten Male hieß es an diesem Wochenende: Einfach mal raus. Alles, was man für ein Wochenende (und auch darüber hinaus) benötigt, passt locker in einen Rucksack. Dieses Mal bot eine zweitägige Wanderung im Oberen Mittelrheintal die Gelegenheit, ein wenig vom Alltag abzuschalten.

Der Weg ist das Ziel, das klingt zwar abgedroschen, trifft aber den Kern der Sache. Mit den Schritten gehen auch die Gedanken, lösen sich auf, führen zu Entscheidungen, Rückschlüssen oder Ideen. Zudem sammelt man viele Eindrücke und erkundet Orte und Landschaften. Kurzurlaub, der nicht weit weg führen muss.

Pendeln – Veränderung der Routinen

Zwar stiegen in der Corona-Krise Akzeptanz und Verbreitung von Home Office deutlich an, dennoch werden die meisten von uns nicht um das Pendeln herumkommen. Viele Menschen empfinden Pendeln als Belastung, Zeitfresser und zusätzlichen Stress. Nicht zuletzt entstehen dadurch zusätzliche Kosten, Pendlerpauschale hin oder her. Was könnte man also unternehmen, um das Pendeln angenehmer zu gestalten und die Zeit sinnvoll zu nutzen?

Bis vor ungefähr drei Jahren war ich Bahnfahrer. Inklusive dem Fußweg zur Haltestelle dauerte die Fahrt ungefähr eine Dreiviertelstunde. Währenddessen habe ich die meiste Zeit Musik gehört, E-Mails und Nachrichten gelesen usw. Ein klassischer Berufspendler in der Bahn, immer an der gleichen Stelle wartend, einsteigend und sitzend. Und jemand, der kaum die Augen vom Bildschirm erhebt.

In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Warum also nicht einfach mit dem Fahrrad zur Arbeit? Wenn ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich ernsthaft, warum ich damit nicht früher angefangen habe. Aber besser spät als nie. Seit nunmehr über drei Jahren fahre ich regelmäßig morgens dreißig, mittags sechzig Minuten mit dem Rad. So komme ich auf gute neunzig Minuten Sport am jeweiligen Tag.

Und im Winter? Oder wenn es regnet? Kälte allein hält nur bedingt ab. Kälte und Wasser zugegeben schon eher. Hinzukommend hat man natürlich nicht immer die Motivation, sich auf den Drahtesel zu schwingen. Die Lösung ist in meinem Fall zum Glück sehr einfach: Zum Beispiel einfach zu Hause arbeiten. Gelegentlich bin ich auch mal Mitfahrer im Auto. Das kann ich mir immerhin noch dahingehend schönreden, als dass das Auto dann nicht nur eine Person befördert. Und während der Fahrt kann man sich unterhalten.

Mir ist klar, dass nicht jeder Pendler einfach aufs Fahrrad umsteigen kann. Dennoch, auch wenn es bei Bahn oder Auto bleibt, die Zeit kann genutzt werden. Im Auto sind die Möglichkeiten zugegebenermaßen stark eingeschränkt. Deswegen halte ich persönlich auch nur wenig davon, es jeden Tag für den Weg zur Arbeit zu benutzen.