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Einfach anfangen

Ich bin nun schon seit einiger Zeit dabei, mein Leben zu entrümpeln und mich auf das (aus meiner Sicht) Wesentliche zu fokussieren. In diesem Beitrag möchte ich einige Anregungen und Ideen geben. Diese richten sich vor allem an Menschen, die gerne reduzieren würden, aber nicht so recht wissen, womit sie eigentlich anfangen könnten.

  • Jedes Mal, wenn ein Newsletter in das E-Mail-Postfach flattert, diesen abbestellen. Oft befindet sich ein entsprechender Link am Ende des Newsletters. Andernfalls einfach eine kurze E-Mail an die im Impressum angegebene Adresse senden.
  • Das Smartphone auf Lautlos/Nicht stören o.ä. stellen. Falls das zu krass ist: Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm deaktivieren.
  • Kleidungsstücke, von denen man genau weiß, dass man sie nicht mehr anzieht, zusammenpacken und bei nächster Gelegenheit spenden oder verkaufen.
  • Sowohl in sich, als auch in den eigenen Geldbeutel gehen. Gibt es da Verträge, Mitgliedschaften etc., welche definitiv keinen Sinn mehr machen und gekündigt werden können? Anhaltspunkte liefern die Karten im Geldbeutel, das eigene E-Mail-Postfach und die letzten Kontoauszüge. Beispiele: Fitnessstudio, Zeitschriftenabo, Bonusprogramme etc.
  • Sofern Filme und Serien nicht als eines der eigenen Hobbys anzusehen sind, sondern eher dem Zeitvertreib dienen: Den Fernseher ausgeschaltet lassen. Modus für Fortgeschrittene: Fernseher abschaffen.
  • Klar abgegrenzte Einheiten im Haushalt aufräumen und nicht mehr benötigtes verkaufen/verschenken/entsorgen. Diese Einheiten vor allem am Anfang bewusst klein halten, um die eigene Motivation durch sich rasch einstellende Erfolge aufrecht zu erhalten. Beispiel: Die berühmte Universalschublade mit allem von A wie Allzweckschere bis Z wie Zettelblock.
  • “Keine Werbung, keine kostenlosen Zeitungen”-Aufkleber am Briefkasten anbringen

Sicher kann es auch nicht schaden, darüber nachzudenken, was einen überhaupt zu der Überlegung der Reduktion gebracht hat. Der überquellende Kleiderschrank? Finanzielle Not? Daraus lassen sich bestimmt auch zahlreiche mögliche Schritte ableiten.

Digital Minimal: Die Urlaubsfotos

Einige erinnern sich sicher an diese verrückten Zeiten der analogen Fotographie. Als man sich genau überlegt hat, ob man eines seiner teuren, wenigen Fotos auf dem Film nun für dieses Motiv nutzen möchte, oder nicht. Und an die Wartezeit, wenn man den Film hat entwickeln lassen. Aus der Filmtasche holte man dann Fotos, sah die überschaubare Anzahl durch. Und was wirklich misslungen war, wurde gar nicht erst aufgehoben oder in ein Album geklebt.

Und bestimmt kennen auch viele die typischen digitalen Bilderordner auf vielen Privatrechnern und Smartphones. Jedes Motiv ist gefühlt dreihundert Mal festgehalten worden. Fünfzig Bilder sind unscharf, ebenso viele schief, noch einmal hundert sind beides zusammen. Aufgehoben werden aber alle. Mit dem Ergebnis, dass zum Beispiel die Funktion der Dia-Show nicht mehr genutzt wird, weil es viel zu lange dauert und keinen Spaß macht, sich die immer gleichen und schlechten Bilder anzusehen. Oder man Urlaubsbilder gar nicht mehr ansieht, weil man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht.

Mit dem Motto “Mut zum Löschen” habe ich meine digitalen Urlaubsbilder durchgesehen. Aus knapp 10000 Bildern wurden 1500. Das Ergebnis hat mich überrascht: Ich schaue mir wieder Urlaubsbilder an. Denn auf einmal macht mir das wirklich Freude. Ich habe nur die Bilder, die ich persönlich gut und schön finde, aufgehoben. Und mit denen ich Erinnerungen verbinde. In diesen zu schwelgen macht immer wieder Spaß.

Fotos sind heute praktisch umsonst. Speicherplatz dafür ist noch dazu sehr günstig und in Massen vorhanden. Das verführt natürlich dazu, viele Bilder zu machen. Aber ist es nicht schade, wenn dann die einen erschlagende Masse an Bildern dafür sorgt, dass man sie sich nicht mehr ansieht?

Meine Regal-Baustelle

Gedanken à la “Ich sollte mal wieder ausmisten oder “es hat sich wieder einiges angesammelt” verursachen gerade Unzufriedenheit in mir. Denn ich habe nach einer Zeit der doch recht konsequenten Umsetzung meiner materiellen Vorsätze (und einer spürbaren Erleichterung) wieder nachgelassen.

Die Tatsache, dass ich wie in einem meiner letzten Posts beschrieben in den letzten Wochen sehr wenig Geld ausgegeben und praktisch keine neuen Dinge angeschafft habe, dient mir als Motivation, dieses Thema wieder anzugehen. Gerade im letzten Jahr habe ich sehr viel verkauft, verschenkt und entsorgt. Und dennoch: Mein Regal ist wieder voll.

Da sind wieder Zeitschriften, die ich mir spontan am Bahnhof gekauft habe. Bücher, die ich gelesen habe und nicht noch einmal lesen werde. Papiere, die nicht mehr benötigt werden, Verpackungen und so weiter. Ich besitze tatsächlich nur ein einziges, 80cm breites Regal, in dem ich alles verstauen möchte, was keine Kleidung ist. Leider bleibt es aktuell beim guten Willen, denn alles passt nicht hinein.

Also werde ich beim Ausmisten meines Regals darüber nachdenken, warum es mir scheinbar schwer fällt, den schon einmal erreichten Zustand einzuhalten. Denn wirklich vermisst habe ich damals nichts, im Gegenteil. Es hatte etwas befreiendes an sich. Und es ist sehr zufriedenstellend gewesen, mit einem Handgriff zu haben, was man gesucht hat. Weil man eben nicht mehr suchen, und auch nichts mehr zur Seite räumen musste.