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Corona und das Blattgold

Ich habe befürchtet, dass es mit Beginn des Herbstes schlimmer wird. Und nun ist es wieder soweit: Man bekommt kein Klopapier mehr. Oder wie ich es inzwischen nenne: Blattgold. Dies ist, das habe ich in diesem Jahr gelernt, die zuverlässigste Warnung in diesem Land. Nun geht es also wieder los, die Beschränkungen werden konsequenter und strenger. Und wieder stellt sich für jeden die Frage, wie man mit der Situation am besten umgeht.

Abseits der Tatsache, dass die Gesundheit meiner Mitmenschen (und meine eigene) absoluten Vorrang hat, habe ich mir vor allem zur eigenen wirtschaftlichen Situation Gedanken gemacht. Was wäre wenn? Zum Beispiel wenn die Wirtschaft sich so entwickelt, dass ich im kommenden Jahr arbeitslos werde? Kein schöner Gedanke.

Dennoch: Was mir hilft ist die Gewissheit, nicht viel zu brauchen. Wie viel Geld man ausgibt, und wie viel Geld man braucht, sind zwei vollkommen unterschiedliche Größen. Die zweite Größe habe ich auch in diesem Jahr weiter nach unten geschraubt. Das lässt mich besser schlafen. Wenn ich jetzt noch irgendwo Toilettenpapier bekommen könnte…

Macht Geld glücklich?

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Macht Geld wirklich glücklich? Muss es immer mehr sein? Mittlerweile habe ich mir die Frage beantwortet. Nein, Geld macht nicht glücklich. Aber man braucht Geld um glücklich zu sein. Getreu dem Motto “liberal minimal” liegt die Antwort für mich in der Mitte.

Es braucht ein gewisses Einkommensniveau, um glücklich zu sein. Glücklich in Bezug auf Finanzen bedeutet für mich, sich keine Sorgen um Geld machen zu müssen. Nun kommt es aber auch auf die eigenen Lebensverhältnisse an. Sie bestimmen, wie hoch dieses notwendige Einkommensniveau ist.

Ich möchte mir um die Katastrophen des Alltags keine (finanziellen) Gedanken machen müssen. Waschmaschine oder Auto kaputt? Reparieren oder gegebenenfalls ersetzen. Ohne ängstlichen Blick aufs Konto. Kurz genervt sein, dann ist das Thema auch schon erledigt.

Zwei Wege sind aus meiner Sicht möglich, um das zu erreichen: Ausgaben reduzieren oder Einnahmen erhöhen. Zugegeben, beides in Kombination ist auch ein möglicher Weg. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin: Ich brauche keinen Neuwagen. Ein Gebrauchter bringt mich auch von A nach B. Ständig neue Möbel, Unterhaltungselektronik, Kleidung etc.? Diese Dinge machen mich nicht glücklicher. Das musste ich aber erst lernen.

Tipps zum Thema minimale Finanzen

Es gibt viele Gründe, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Vielleicht soll die monatliche Sparquote erhöht werden, weil man sich etwas Bestimmtes kaufen möchte. Oder man muss finanziell kürzer treten und ist gezwungen Einsparungen vorzunehmen. In diesem Artikel stelle ich meine persönlichen Maßnahmen und Schritte vor. Diese haben mir geholfen, Kosten zu senken und einen besseren Überblick über meine Finanzen zu haben.

Einzugsermächtigungen auflisten

Dieser Schritt ist zugegebenermaßen eine echte Sisyphusarbeit, welche nicht wirklich Spaß macht. Zumal mir keine Bank bekannt ist, die bestehende Einzugsermächtigungen für das eigene Konto auflistet. Ich bin daher die Kontoauszüge der letzten zwei Jahre durchgegangen, um eine vollständige Liste erstellen zu können. Bei Online-Bezahldiensten wie PayPal hingegen kann man oft eine Liste der zum Einzug berechtigten Firmen einsehen.

Eine Dokumentation erstellen

In meinem Fall ist diese Dokumentation eine digitale Tabellenkalkulation. Die Erfassung kann aber natürlich auch in Papierform erfolgen. Ich führe in dem Dokument verschiedene Listen. Dazu zählen meine monatlichen Fixkosten samt deren Zahlungsart sowie existierende Einzugsermächtigungen. Außerdem pflege ich dort eine Liste aller jährlichen Abbuchungen samt Terminen. Diese Dokumentation gehört zu den wichtigsten Dateien in meinem Datenbestand. Daher lege ich großen Wert auf eine sorgfältige Datensicherung.

Das richtige Konto finden

Da Banken mit überteuerten Dispositionskrediten und Gebühren meiner Meinung nach genug verdienen, möchte ich keine Kontoführungsgebühren zahlen. Noch gibt es zahlreiche Banken mit kostenlosen Girokonten zur Auswahl. Ein Wechsel der Bank ist zwar mit Aufwand verbunden, spart aber oft Geld und verbessert gleichzeitig die eigene Übersicht.

Zukünftige Wechsel erleichtern

Die Dokumentation allein beschleunigt einen zukünftigen Wechsel bereits erheblich. Zusätzlich zahle ich vor allem bei Käufen im Internet fast ausschließlich mit einem Bezahldienst, ich verwende aufgrund der großen Verbreitung PayPal. Ändert sich meine Bankverbindung erneut, muss diese nur dort aktualisiert werden. Das erspart mir bei jedem Shop, bei dem ich noch ein Konto besitze, die Zahlungsmethode anpassen zu müssen.

Viele Dienstleister bieten außerdem Kundenportale an. In diesen Kundenportalen können die eigenen Daten gepflegt werden. Ich kann so zum Beispiel bei all meinen Versicherungen online die Bankverbindung ändern. Das spart viele Briefe und Kommunikationsaufwand.

Vertragsfreiheit

In Deutschland genießt man als Volljähriger Vertragsfreiheit. Ich bin kein Jurist, aus der Hüfte geschossen übersetze ich das Juristendeutsch für mich folgendermaßen: Wenn keine der Vertragsparteien damit gegen geltendes Recht verstößt, können beliebige Verträge abgeschlossen werden. Natürlich nur bei beidseitigem Einverständnis.

Das ist ein wesentlicher Bestandteil meiner wirtschaftlichen Mündigkeit. Noch mündiger fühle ich mich allerdings ohne Verträge. Möglichst frei von Verpflichtungen. Vor allem frei von jenen, deren Eigenschaften und Vorgaben sich nicht von mir anpassen lassen. Das nenne ich Vertragsfreiheit.

Ein eher unbedeutendes, aber aussagekräftiges Beispiel: Für mein Handy nutze ich seit Jahren eine Prepaid-Karte. Zu Hochzeiten der Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Krise habe ich meinen Tarif abbestellt. Wenn ich im Urlaub bin, und meine Unterkunft z.B. kein vernünftiges WLAN bereitstellt, buche ich eben schnell etwas Datenvolumen dazu. Ein Tarif mit ein- oder gar zweijähriger Laufzeit ist für mich mittlerweile undenkbar.

Flexibilität und Reduktion machen gerade in unvorhersehbaren Situationen vieles leichter. Ein eigenes Auto ist schnell verkauft. Zum Beispiel bei einem Umzug in die Innenstadt. Oder bei Verlust der Beschäftigung. Ein Leasingwagen muss bezahlt werden. Auch dann, wenn ich ihn eigentlich gar nicht mehr nutze. Oder wenn er eigentlich gar nicht mehr in mein Leben passt.

Umgekehrt gibt es auch Verträge, die ich zwar monatlich kündigen könnte, aber seit vielen Jahren stetig bediene. Zum Beispiel zum Streamen von Musik. Bevor ich eine Verpflichtung eingehe, hinterfrage ich nicht nur die Konditionen, sondern auch die Verpflichtung selbst.

Drei Monate Corona-Krise – ein persönlicher Rückblick

Nach nunmehr knapp drei Monaten allgegenwärtiger Präsenz von COVID-19 in Alltag und Medien habe ich gedanklich einige Schlussfolgerungen für mich selbst gezogen. Das Wichtigste zu allererst: Die Menschen um mich herum und auch ich selbst sind gesund. Daher habe ich das Glück, über folgendes nachdenken zu können.

Mehrfach habe ich in meinem Umfeld von Ängsten vor oder aufgrund von Verlust der Beschäftigung, Kurzarbeit und Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung gehört. Davor sind nur die wenigsten wirklich sicher. Man kann aber versuchen, die potenziellen Auswirkungen auf das eigene Leben möglichst gering halten. Keine Finanzierungs- oder Leasing-Verpflichtungen in Verbindung mit geringen fixen Ausgaben schaffen finanziellen Spielraum und lassen das eventuell notwendige Überbrücken wirtschaftlich schwerer Zeiten besser zu.

Oft hat man Ideen und Pläne, die aber im Alltag nicht den notwendigen Raum bzw. die entsprechende Priorität genießen. Man würde gerne etwas tun, macht es aber dann doch nicht. Da der Alltag nun plötzlich Einschränkungen unterlag, suchte ich in den eigenen vier Wänden neue Beschäftigungen für die gewonnene Zeit. Eine davon ist die Realisierung dieses Blogs.

Ganz automatisch verbringt man mehr Zeit und redet auch mehr miteinander. Daraus entstanden zum ersten Mal seit langem wieder grundsätzliche Gespräche hinsichtlich Gestaltung der Zukunft. Bietet sich hier die Chance, wieder etwas mehr Enthusiasmus und Dynamik in die eigene Beziehung zu bringen?

Versichern mit Sinn

Aufgrund der Wichtigkeit und Individualität dieses Themas möchte ich eingangs noch einmal darauf hinweisen: Dieser Beitrag ist keine Handlungsempfehlung, er stellt lediglich meine Meinung zum Thema Versicherungen dar. Den notwendigen eigenen Versicherungsschutz muss und sollte jeder für sich selbst und/oder mit einem Berater bestimmen.

Immer wieder bin ich überrascht, wogegen man sich versichern kann. Ausfall der aufwendigen und kostspieligen Hochzeitsfeier, Fallenlassen des Smartphones, Beschädigung der Brille oder gegen schlechtes Wetter im Urlaub sind nur einige Beispiele. All das kostet natürlich viel Geld, Zeit und Aufwand.

Am Beispiel der Handy-Versicherung habe ich dann einmal für mich nachgerechnet: Eine Versicherung für ein zeitgemäßes Gerät liegt bei ca. 60 EUR im Jahr. Ich nutze seit 20 Jahren Mobiltelefone. In dieser Zeit habe ich einmal eines so fallenlassen, dass das Display beschädigt war. Die Reparaturkosten lagen bei unter 200 EUR. Dem stünden 1200 EUR Versicherungsbeiträge gegenüber. Natürlich ist diese Rechnung sehr einfach, aber mein persönliches Fazit muss lauten: Achte auf Deine Sachen, dann sparst Du Dir einen Haufen Geld und Ärger.

Also habe ich mir überlegt, was an persönlichem Versicherungsschutz (persönlich meint ohne Hausrat, Auto etc.) für mich notwendig ist. Die Liste ist erfreulich kurz ausgefallen:

  • Das gesetzliche Paket aus Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, welches für mich als Angestellter ohnehin Pflicht ist
  • Privathaftpflichtversicherung
  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Nicht wirklich notwendig, aber meiner Meinung nach sinnvoll:

  • Krankenzusatzversicherung

Durch diese Anzahl an Verträgen halten sich die Ausgaben trotz umfassendem Schutz in einem kleinen Rahmen.

Wie wenig ist genug?

Seitdem ich mich mit dem Thema Reduktion und Minimalismus befasse, lese ich immer wieder von Menschen, die ihre Gegenstände zählen. Den Sinn dahinter habe ich nicht verstanden, da doch jeder seine eigene Vorstellungen hat. Ist ein Paar Schuhe ein Gegenstand? Oder sind es zwei Schuhe? Oder zwei Schuhe und zwei Schnürsenkel, also vier Dinge? Schon allein diese Überlegung würde mich davon abhalten, mit dem Zählen auch nur zu beginnen. Außerdem, welcher Zielwert ist denn nun richtig oder erstrebenswert?

Vielmehr stellte ich mir stattdessen die Frage, ob ich diesen, für mich nicht quan­ti­fi­zier­baren Zielwert bereits erreicht habe, oder nicht. Auch hier kam ich zu dem Ergebnis: So einfach ist das nicht. Ich muss differenzieren.

Bei den Gegenständen habe ich meinen Wohlfühlwert definitiv noch nicht erreicht. Ich erinnere nur an mein Regal… Zwar habe ich nach dem damaligen Verfassen des Beitrags einige Dinge entrümpelt. Dennoch stellt sich an dieser Stelle nach wie vor kein Gefühl der Zufriedenheit ein. Es gibt noch zu viele Dinge im Haushalt, die objektiv betrachtet nicht (mehr) benötigt werden.

Das genaue Gegenteil empfinde ich bei meinen Finanzen. Als ich vor einigen Jahren meine Bank wechselte, nutze ich die Gelegenheit zum Großreinemachen. Ich ging die Kontoauszüge mehrerer Jahre penibel durch und notierte mir jede regelmäßige Zahlung, jede Einzugsermächtigung und so weiter. So ging der Bankwechsel mit einigen Kündigungen einher, an dieser Stelle kann ich tatsächlich sagen: Weniger macht für mich keinen Sinn und genau diese Gewissheit fühlt sich befreiend und zufriedenstellend an.

Neben dem berüchtigten Regal habe ich mir noch einige andere Bereiche vorgenommen. Da wäre z.B. der digitale Haushalt, dem ich eigene Beiträge widmen werde. Kurz verflucht habe ich meine Ambitionen allerdings, als ich an meinen Badschrank dachte. Eines nach dem anderen. Das Ziel, nämlich generell von mir sagen zu können “Ich habe nur das, was ich brauche”, rückt mit jeder Einzelaktion näher. Und bereits diese einzelnen Schritte machen mich zufriedener.

Die persönliche Finanzstrategie in der Krise

Nach nun zwei Monaten der Einschränkungen und einhergehender wirtschaftlicher Auswirkungen häufen sich in den Medien die Meldungen über Branchen und Konzerne in Not. Bei der Autoindustrie, die wieder einmal um staatlich subventionierte Kaufanreize bettelt, wurde ich überdrüssig und habe aufgehört, die Themen zu verfolgen. War es doch gerade diese Branche, die über beinahe ein Jahrzehnt ihre Absatzrekorde ebenso am Fließband produzierte, wie ihre Autos.

Als Kind hat man mir gesagt, dass man nicht immer alles sofort ausgeben darf. Man muss auch etwas für schlechte Zeiten zurücklegen. Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Führung eines Großkonzerns nun doch nicht ganz so einfach ist. Aber am Grundprinzip und der Notwendigkeit einer Rücklage ändert das für mich wenig.

Wie sieht es also in Zeiten wie diesen bei mir als Privatperson aus? Für mich selbst sehe ich zwei grundlegende Strategien, mit dem eigenen Geld umzugehen. Ich kann eine Wachstumsstrategie fahren und beispielsweise monatlich in Fonds investieren. Dabei habe ich oft keine Ahnung, was mit meinem Geld passiert. Stattdessen bin ich darauf angewiesen, dass andere, die in jedem Fall mitverdienen, wissen was sie tun. Im Fall von beispielsweise ETFs oder Fonds komme ich insbesondere in Krisenzeiten nur mit teilweise erheblichen Verlusten an mein Geld, wenn ich auf persönliche wirtschaftliche Katastrophen wie einen Jobverlust reagieren muss.

Die andere Strategie stellt das Gegenteil dar. Primäres Ziel ist die Senkung der Ausgaben und die Reduktion fixer Kosten. Dabei geht es nicht darum, mit so wenig wie möglich zu leben, gar kein Geld mehr auszugeben und an allen Ecken und Kanten zu knausern . Vielmehr suche ich den für mich richtigen Mittelweg, geprägt von überlegtem Kaufverhalten und Resistenz gegen Impulskäufe und Wegwerfmentalität. Als netter Nebeneffekt baut sich ohne Zutun ein finanzielles Polster auf, welches in Krisenzeiten ein Überbrücken von fehlenden Einnahmen dank ohnehin nicht hoher Ausgaben kompensieren kann.

Ich persönlich fahre besser mit der zweiten Variante. Sie spart auf Dauer nicht nur Geld, sondern erspart mir auch viel Verwaltungsarbeit und Stress. All das weiß ich, gerade in Zeiten wie diesen, immer mehr zu schätzen.