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Prokrastination

Morgens 06:30 Uhr, der Wecker klingelt. Da es Sommer ist, komme ich verhältnismäßig gut aus dem Bett. Das Essen für die Arbeit (heute kein Homeoffice) ist schnell zubereitet, währenddessen ist auch schon der Kaffee fertig. Ich liege gut in der Zeit, gönne mir noch einen zweiten Kaffee, lese sinnlose Onlineartikel und räume auf, was am Vortag liegengeblieben ist, weil ich ja so gut in der Zeit liege. Upps, ich liege wohl doch nicht mehr so gut in der Zeit, war noch nicht im Bad und der Kaffee für die Fahrt wollte doch auch noch gebrüht werden. HILFE! Trödeln kann ich!

Die nächste Hausarbeit steht an, 8 Wochen Bearbeitungszeit, easy! Ganz gemütlich sammle ich Quellen, erstelle eine erste grobe Gliederung, mache mich an die theoretischen Grundlagen. Läuft! Jetzt wird sich der Hauptteil ja eh von selbst schreiben, hat er ja schon früher immer gemacht. Nicht. Egal, jetzt muss ich mich erstmal wichtigeren Dingen widmen: Das gesamte Internet lesen, Pi auswendig lernen, Serien suchten, mich bei 35 Grad über Wintermäntel informieren, Textmarker farbig sortieren und überhaupt. Wie? Abgabe in 8 Stunden und nicht mehr in 8 Wochen?!

Ist der rote Faden erkennbar? Vielleicht kann es ja auch eine Form des Minimalismus‘ sein, auf hausgemachten Stress zu verzichten?

Der Weg ist das (Bildungs)ziel

Wirft man einen Blick auf seine regelmäßigen Ausgaben, so behaupte ich, dass es bei den meisten Menschen in etwa die gleichen Positionen sind, die hierbei die größten Posten bilden: Miete oder Ratenzahlung(en) für die eigene Immobilie, Spritkosten oder ÖPNV-Ticket, Lebensmittel und Versicherungen. Hierzu kommen dann noch weitere Ausgaben für Freizeitaktivitäten, Kleidung, Unterhaltung(selektronik) und Sonstiges.

Ich glaube, dass ich selbst recht sparsam lebe. Meine Miete liegt entgegen der allgemeinen Wohnmarktsituation im normalen Bereich, ich versuche unnötige Fahrten mit dem Auto zu vermeiden, die Fahrten zur Arbeit entfallen dank schon zweimonatigem Homeoffice und an Versicherungen habe ich, was für mich persönlich nötig und sinnvoll erscheint.

Trotz meiner Sparsamkeit belastet eine größere Position monatlich mein Konto, mich selbst belastet die Summe jedoch nicht. Seit 2015 absolviere ich ein Fernstudium. Angestrebter Abschluss? Bachelor of Arts in International Business Communication. Nach dem Abi habe ich eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin absolviert. Nach wie vor arbeite ich gerne ganz klassisch im Büro und habe hierbei fremdsprachliche Aufgaben. Aber war das schon alles? Für mich nicht. Einmal die Berufsluft geschnuppert, war es für mich jedoch keine Option mehr, an die Uni zu gehen. Wie also weiterhin an der Karriere schrauben und weiterhin Geld verdienen? Per Fernstudium!


Zwischendurch gab es einige Rückschläge, aber wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel (Memo an mich: 5 Euro ins Phrasenschwein). Wenn ich nach einem langen Arbeitstag noch mal an den Rechner muss, oder bei schönem Wetter nichts unternehmen kann, dann versuche ich immer im Hinterkopf zu haben, dass ich schon den größten Teil des Weges gegangen bin. Noch 2 Hausarbeiten, 1 Projektbericht und die Bachelorarbeit.


Im Moment fällt es mir wieder etwas schwerer mich zu motivieren. Das liegt wohl aber eher daran, dass ich immer noch versuche, das aktuelle Pandemiechaos zu begreifen.

Zum Glück sind diese Durststrecken immer nur von geringer Dauer und am Ende weiß ich aber immer, dass ich die Strapazen für mich aufgenommen habe und dass sie sich lohnen, da man nie genug in Bildung investieren kann.