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Man bekommt nichts geschenkt

Auch wenn es die Werbung immer wieder suggeriert – man bekommt nichts geschenkt.

  • “Gratis dazu”
  • “Mehrwertsteuer geschenkt”
  • “2 zum Preis von 1”

und so weiter dürfte jeder von uns schon einmal gehört haben. Niemals dagegen hört man

  • “Gratis dazu, weil wir es beim Hauptartikel ohnehin schon eingepreist haben”
  • “Mehrwertsteuer geschenkt, weil wir sie vorher aufgeschlagen haben”
  • “2 zum Preis von 1 weil wir dann immer noch Geld mit dem Billigartikel verdienen”.

Unternehmen sind Unternehmen, und diese wollen Geld verdienen. Das ist mehr als legitim. Und die Annahme, man würde irgendetwas geschenkt oder aus Wohlwollen bekommen, ist ganz einfach naiv. Sich das vor Augen zu halten, erspart zumindest mir so manchen impulsiven Kauf.

Mir geht es besser ohne… Teil 3

Der erste Teil aus der Reihe “Mir geht es besser ohne…” ist der meistgelesene Artikel auf diesem Blog. Wenn das kein Anlass für eine Fortsetzung ist. Hier also weitere Dinge, ohne die es mir besser geht.

…Verträge mit langen Mindestlaufzeiten. Mittlerweile schließe ich keine Verträge mehr ab, die ich nicht monatlich kündigen kann. Wer weiß denn schon, was in 12 oder gar 24 Monaten ist?

…Gepäck. Zumindest ohne großes Gepäck. Mit jeder Reise nehme ich weniger mit. Für mich ist die Gewissheit, dass alles, was ich wirklich brauche, in meinen Rucksack passt, etwas grundlegend positives.

…Benachrichtigungen. Mein Handy ist dauerstumm. Ich schaue also nur auf mein Smartphone, wenn ich gerade auf die Idee komme, darauf zu schauen.

…Einkaufszentren. Ehrlich gesagt sind die für mich sogar der Horror. Zu viel unnötige Dinge, zu viele Impulse, (falsche) Anreize – ich fühle mich dort richtig unwohl.

…So-da-Dinge. So habe ich gerade die Dinge getauft, die zwar da sind, aber nicht regelmäßig verwendet werden.

Und nun: Einige Gedanken – Teil 1

In meinem letzten Beitrag Und nun? habe ich die Frage thematisiert, wie ich auf dem Weg zu meinem persönlichen Minimalismus weitermache. Ziel ist dabei eigentlich nicht der Minimalismus selbst. Vielmehr geht es mir darum, mein Leben auf das für mich Wesentliche zu reduzieren. Mit dem Ziel, für das Wesentliche wiederum mehr Zeit und Ressourcen zu haben. So gesehen ist die Reduktion eher Mittel zum Zweck.

Wesentlich, das kann vieles sein. Bestimmte materielle Besitztümer gehören sicher auch dazu. Viel bedeutender sind aber bestimmte Menschen, gewisse Momente und Erinnerungen, Gesundheit etc. All das ist wichtiger, als Geld, Besitz oder Karriere. Logische Konsequenz wäre jetzt ja eigentlich, an den zur Verfügung stehenden Stellschrauben zu drehen.

Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass vieles ineinandergreift. Zum Beispiel kann man nicht in jedem Beruf einfach einmal ein paar Wochen Auszeit machen um z.B. eine lange Reise zu unternehmen. Manche Menschen haben auch bestimmte, zunächst einfach erscheinende Wünsche (ich habe auch so einen: Ich möchte einmal Polarlichter sehen). Bei genauerer Betrachtung stellt sich dann aber heraus, dass es zur Erfüllung zwar wenig Besitz, aber viel Geld und Zeit braucht.

Ich weiß, dass ich definitiv nie der Mensch sein werde, der seine Besitztümer zählt und grundsätzlich jeden Konsum verweigert. Ich konsumiere für mich an sich gerne, jedoch geht einer Kaufentscheidung eben eine Reihe von Überlegungen und Abwägungen voraus. Und ich habe mir Kaufen als Ablenkung von Stress und Frust abgewöhnt. Meine Überlegungen führen mich weg von diesen Gedanken. Hier habe ich, so glaube ich jedenfalls, den für mich passenden Weg gefunden. Kein Kaufen aufgrund von Stress oder Frust, sondern Schritte gegen Stress und Frust unternehmen.

Aktuell gehen meine Überlegungen eher in die Richtung meiner mentalen Kapazität. Was darf wieviel Raum in meinem Bewusstsein einnehmen? Bezüglich meiner Arbeit bin ich in der eigentlich beneidenswerten Situation, das weitestgehend selbst steuern oder zumindest beeinflussen zu können. Es bedarf an dieser Stelle “nur” etwas Disziplin und Konsequenz. Das gelingt zugegeben mal besser, mal schlechter. Zwar ist vieles derzeit nicht möglich, aber vermutlich ist gerade ein guter Zeitpunkt eingetreten, sich über die Prioritäten der kommenden Monate und Jahre Gedanken zu machen. In meinem “Und nun?” bin ich damit zwar nur in der Theorie einen Schritt weiter. Aber ich habe es ja zum Glück auch nicht allzu eilig.

Und nun?

Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt, hat sicher mitbekommen, dass viele Beiträge sich auf die Reduktion von materiellem Besitz und mehr Struktur in Verträgen, Versicherungen etc. bezogen haben. Irgendwann ist sicher einmal ein Punkt erreicht, an dem man in dieser Hinsicht – für sich selbst – keinen großen Bedarf mehr sieht.

Tatsächlich besitze ich eigentlich nichts mehr, was ich nicht benutze. Ich bezahle auch für nichts, was ich nicht nutze. Im Gegenteil, ich habe neulich eine Zeitschrift abonniert. Ach du Schreck, gleich mit Abo? Ja, ich muss sogar gestehen, auf eine Werbung reagiert zu haben. Aber es ist immerhin eine Zeitschrift, die ich sowieso oft und gerne lese. Von daher freue ich mich und bin auch sicher, dass die Hefte nicht ungelesen auf einem Stapel verstauben werden. Und falls doch, wird gekündigt. In dieser Hinsicht würde ich mich mittlerweile als Routinier bezeichnen.

Nun stellt sich mir schon seit längerer Zeit die Frage: Wie mache ich weiter? Wobei das eigentlich falsch formuliert ist. Ich verfolge kein Projekt. Auch kein bestimmtes Ziel. Eigentlich möchte ich nur allgemein zufriedener und glücklicher sein. Die Abschaffung nicht relevanter Dinge und Verpflichtungen ist ein Teil davon. Und bringt mir den notwendigen mentalen Freiraum, mir über weitere Schritte für mich selbst Gedanken zu machen.

Sie werden so schnell groß…

Liberal Minimal wird heute ein Jahr alt, der erste Geburtstag unseres Blogs! Wie schnell die Zeit vergeht. Nicht immer fliegen einem die Ideen zu, aber fast immer findet sich letztendlich der ein oder andere Gedanke, über den es sich aus unserer Sicht zu schreiben lohnt.

Wir verändern uns. Wir denken nach, wir orientieren uns neu. Darüber zu schreiben, mal mehr, mal weniger, macht nach wie vor großen Spaß. Und wir sind gespannt, wohin die Reise geht.

Ich habe damit begonnen, zu meditieren

Es gibt immer wieder Phasen, in denen mein Kopf nicht so spielt, wie ich das möchte. So habe ich in jüngster Vergangenheit mehrfach von Erlebnissen und Momenten der Vergangenheit geträumt, von denen ich eigentlich dachte, ich hätte sie hinter mir gelassen. Damit es etwas greifbarer wird: Von Momenten bzw. Situationen, die für mich sehr verletzend und/oder belastend waren. Und die mich scheinbar noch immer prägen und beschäftigen.

Da dachte ich mir: Wenn mir weniger vollgestopfte Regale, Struktur und Übersicht in Finanzen, Arbeit und organisatorischen Dingen gut tun – mit einem Wort Einfachheit, wenn auch in vielseitiger Form, dann doch auch sicher meinem Hinterstübchen. Daher lese ich gerade ein Buch über Meditation.

Ist die Besinnung der Weg, schlechte Erinnerungen hinter sich zu lassen und besser damit umgehen zu können? Ich bin sehr gespannt und offen für diese für mich neuen Anregungen.

Sehnsucht nach Draußen

In diesen Tagen schiebe ich einen regelrechten Blues. Die auch nach … wie lange geht das eigentlich schon mit Corona? Jedenfalls auch die nach vielen, vielen Monaten noch bestehenden, eher noch tiefergehenden Einschränkungen nerven mich gerade massiv. Zwar bin ich stets brav, aber es fällt schwer. Zumal ich nicht wirklich den Eindruck habe, dass unsere Landesvertreter und deren Verwaltungsapparat Herr der Lage sind. Aber Halt, auf diesem Blog soll es nicht um Politik gehen.

Wo waren wir also? Ach ja, der Blues. Mich zieht es raus. Wie gern würde ich mein Zelt samt Schlafsack in den Rucksack werfen. Noch etwas Kleinkram dazu, vieles braucht man ohnehin nicht. Und dann ab. Wohin? Spontan zieht es mich nach Skandinavien. Lediglich mit einer groben Himmelsrichtung als Ziel losgehen. Übernachten, wo es einem gefällt. Immer an der frischen Luft.

Das Schreiben dieser Zeilen und die damit einhergehenden Bilder in meinem Kopf machen mir Hoffnung. Oder verstärken sie den Blues? Nein nein, Hoffnung. Ja genau.

Wenn man nichts zu sagen hat…

…sollte man ja eigentlich den Mund halten. Dann dachte ich aber, dass es eigentlich für den Autor eines Blogs zum Thema Minimalismus eher positiv zu sehen sein sollte, wenn er nichts zu sagen hat. Darüber könnte man wiederum schreiben! Und nur einen Moment später dachte ich, ich habe doch etwas zu sagen. Man möge mir den Schreibstil verzeihen, ich verwirre mich selbst auch.

Was möchte ich denn eigentlich nun sagen? Nun ja, es gibt gerade nichts auszumisten, nichts zu sortieren oder zu organisieren. Die Schäfchen sind im Trockenen, Verträge auf ein Minimum reduziert, Ausgaben im Griff, Verpflichtungen ebenso. Ein Grund zum Ausruhen? Nein, denn eigentlich ist das materielle und finanzielle klar Schiff machen für mich nur der naheliegendste Ansatzpunkt zum Thema Minimalismus.

Und nun? Ich glaube derzeit, der nächste Ansatzpunkt, der bin ich selbst. Den Kopf freibekommen. Mich auf die Dinge fokussieren, die mich im Leben weiterbringen und mir positives geben. Zwar praktiziere ich das an sich schon länger, habe aber nun die “Kapazität”, mich vollumfänglich darauf einzulassen.

So habe ich nun doch etwas zu sagen: Ich befasse mich gerade mit den weiteren Facetten von dem, was ich für mich als den einen, meinen Minimalismus definiere.

Jennys Neujahrsidee: Veganuary – Update

In meinem letzten Beitrag habe ich davon berichtet, als diesjährigen Neujahrsvorsatz vegan in den Januar zu starten.

Nachdem der Januar nun fast vorbei ist – die Zeit rast *einenEuroinsPhrasenschweinwerf* – wird es Zeit für eine erste kleine Zwischenbilanz:

  • Ja, ich halte bis jetzt durch. Wobei durchhalten zu negativ klingt. Die vegane Ernährung macht mir Spaß, mir fehlt an nichts und ich fühle mich wohl in meinem Körper
  • Nein, es ist nicht schlimm
  • Nein, die Ersatzprodukte stecken nicht voller Chemie und sind nicht ohne Ende verarbeitet
  • Nein, es ist kein Haufen an Mehrarbeit, weil ich vorher schon fast täglich frisch gekocht habe
  • Ja, ich kann mir vorstellen, mich mit Ausnahmen weiterhin vegan zu ernähren
  • Nein, ich möchte niemanden bekehren – Chacun à son goût
  • Nein, ich verhungere nicht

In diesem Sinne: Ich halte euch auf dem Laufenden, ohne zu bekehren. 🙂

Neujahrsidee 3: Mehr Konsum

Mehr was? Wollte ich nicht eine Konsumdiät machen? Ja, nur ist es strenggenommen keine Konsum-, sondern eine Kaufdiät. Ich möchte nichts neues kaufen, sondern das konsumieren, was ich schon habe. Und wenn ich darüber nachdenke, habe ich eine Menge.

Da ist das unbenutzte Parfüm, das seit Jahren im Badschrank steht. Oder die Kernseife (ohne Parfüm, das gibt es tatsächlich noch). Stattdessen kaufe ich mir neues Duschgel. Ich habe auch noch einige Bücher, die mich wirklich interessieren. Angerührt habe ich sie aber noch nicht. Wenn dann nur, um sie von einem Regal in das andere zu stellen.

Warum eigentlich? Das weiß ich selbst nicht so genau. Warum brauche ich nicht erst auf, was ich bereits besitze? Es ist ja nicht so, dass mich die Gegenstände nicht interessieren, oder meinen Geschmack nicht treffen. Im Gegenteil. Die Antwort kann für mich nur sein: Weil ich zu viel davon habe. Die Konsum-, pardon, die Kaufdiät wirkt dem in die eine Richtung entgegen. Die andere gehe ich an – ich verbrauche erst einmal das, was ich habe.