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Neujahrsidee 3: Mehr Konsum

Mehr was? Wollte ich nicht eine Konsumdiät machen? Ja, nur ist es strenggenommen keine Konsum-, sondern eine Kaufdiät. Ich möchte nichts neues kaufen, sondern das konsumieren, was ich schon habe. Und wenn ich darüber nachdenke, habe ich eine Menge.

Da ist das unbenutzte Parfüm, das seit Jahren im Badschrank steht. Oder die Kernseife (ohne Parfüm, das gibt es tatsächlich noch). Stattdessen kaufe ich mir neues Duschgel. Ich habe auch noch einige Bücher, die mich wirklich interessieren. Angerührt habe ich sie aber noch nicht. Wenn dann nur, um sie von einem Regal in das andere zu stellen.

Warum eigentlich? Das weiß ich selbst nicht so genau. Warum brauche ich nicht erst auf, was ich bereits besitze? Es ist ja nicht so, dass mich die Gegenstände nicht interessieren, oder meinen Geschmack nicht treffen. Im Gegenteil. Die Antwort kann für mich nur sein: Weil ich zu viel davon habe. Die Konsum-, pardon, die Kaufdiät wirkt dem in die eine Richtung entgegen. Die andere gehe ich an – ich verbrauche erst einmal das, was ich habe.

Neujahrsidee 2: Kostenüberblick

Nachdem mit der Konsumdiät als Neujahrsidee 1 der Anfang gemacht wurde, kommt nun auch bereits die zweite Idee. Diese ist eigentlich langweilig und bürokratisch. Aber auch enorm hilfreich: Die Aktualisierung meiner eigenen Kostenübersicht.

Wann wird eigentlich welche Versicherung abgebucht? Und welcher Betrag ist dabei fällig? Sind die Verträge eigentlich noch zeitgemäß? Zur Beantwortung dieser Fragen muss man bereits ein wenig in die Thematik eintauchen. Das birgt aber auch Verbesserungspotenziale in sich. Zum Beispiel besser zur eigenen Lebenssituation passender Schutz, oder geringere Beiträge durch einen Wechsel. Oder gar der Wegfall einer Versicherung, zum Beispiel weil es den versicherten Gegenstand gar nicht mehr gibt.

Mein primäres Ziel ist es, mit meiner Kostenübersicht genau darüber Bescheid zu wissen, welche Fixkosten ich im Monat habe. Und worauf ich verzichten kann, beziehungsweise wo ich ggf. einsparen könnte. Auch stolpere ich hier und dort einmal über eine Aufgabe, die eigentlich sofort angegangen werden kann. In dieser Runde habe ich nicht nur meine Übersicht aktualisiert, sondern quasi nebenbei noch eine Versicherung gekündigt und den Mobilfunkanbieter gewechselt.

Einen guten Start in das neue Jahr!

Neujahrsidee 1: Konsumdiät

Wie in Die Zeit der guten Vorsätze angedeutet, habe ich zu viele Ideen und Hirngespinste, als dass ich alles auf einmal angehen könnte. Daher möchte ich nach und nach jeweils eine Idee angehen. Den Anfang macht eine Konsumdiät.

Zwar kaufe ich ohnehin wenig, dennoch erwische ich mich hin und wieder dabei, aus einer Laune heraus etwas zu kaufen. Mehr als einmal habe ich mich im Nachhinein darüber geärgert. Also werde ich nun erst einmal einen Monat lang nichts kaufen. Ende Januar werde ich für mich ein Fazit ziehen.

Was ich mir davon erhoffe? Ich habe zum Beispiel Bücher, die mich sehr interessieren, für die ich aber bisher weder Zeit noch Muße hatte. Auch ist diese Jahreszeit sehr gut für das Grundlagentraining auf dem Fahrrad geeignet. Und dann wäre da ja auch noch die weitere Ideenfindung…

Ich wünsche euch einen guten Start in das neue Jahr.

Weniger ist nicht immer schlechter

Ich habe lange überlegt, wie ich meine Gedanken zu diesem Thema ausdrücken soll. Denn ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite empfinde ich Verständnis und auch Mitleid für Jeden, der sich in der aktuellen Situation Sorgen machen muss. Egal ob dies nun wirtschaftlicher Natur oder beispielsweise aufgrund einer aufgeschobenen medizinischen Behandlung ist.

Aber dann sehe ich da auch die andere Seite. Die aktuelle Situation, die uns zu dem zwingt, was Wirtschaft und Werbung uns letztendlich durch Konsum suggerieren: Besinnung. Erholsamkeit. Im engsten Kreis der Familie. Nun hetzen wir eben nicht am 23. oder gar 24. Dezember nahezu verzweifelt durch die Innenstadt, um uns den Kopf darüber zu zerbrechen, was wir dann noch dem einen Menschen schenken sollen, der sowieso schon alles hat.

Vielleicht ist dieses Jahr auch einmal die Gelegenheit, sich wirklich auf den engsten Kreis seiner liebsten Mitmenschen zu besinnen. Ohne den berühmten Weihnachtsstress. Denn wenn man froh ist, wenn die Feiertage vorbei sind und man bis Silvester endlich einmal ein paar ruhige Tage hat, dann stimmt doch eigentlich etwas nicht.

Dies wird der letzte Beitrag vor Weihnachten sein. Wir wünschen euch trotz der Umstände schöne und vor allem besinnliche Feiertage. Passt auf euch auf.

Die Zeit der guten Vorsätze

Jedes Mal, wenn der Jahreswechsel näher rückt, entstehen bei mir die Gedanken der guten Vorsätze. Zunächst frage ich mich dann regelmäßig, warum das immer eigentlich zum 1. Januar beginnen muss. Naja, das ist eben typisch deutsch. Es muss alles seine Ordnung haben.

Aber halt: Man könnte doch auch am 14. Dezember anfangen. Zum Beispiel mit den Vorsätzen hinsichtlich Ernährung. Denn gerade kratze ich an der oberen Toleranzgrenze, was mein eigenes Gewicht angeht. Gehen wir es an. Besser heute als morgen.

Es tummeln sich so viele, viel zu viele Ideen in meinem Kopf. Weiter die italienische Sprache lernen, mehr und experimenteller kochen, die Fotografie in verschiedenen Spezialisierungen und und und. Dabei ist doch aber Freizeitstress unter anderem das, was ich verhindern möchte. Also überlege ich mir, worauf ich wirklich Lust habe. Und was mich weiterbringt/mich entspannt, anstatt mich unter Zwang zu stellen. Das sollte mein vielleicht wichtigster Vorsatz sein. Kein Zwang.

Über das, was dann noch übrig bleibt, muss ich mir Gedanken machen. Ich habe ja noch zwei Wochen Zeit. Die Ordnung, ihr wisst schon.

Mir geht es besser mit…

Nachdem Jennifer und ich uns darüber ausgelassen haben, was wir definitiv nicht brauchen, möchte ich heute einmal in die andere Richtung schauen. Denn mir geht es besser mit…

…den Menschen, die mir etwas bedeuten. Dabei ist es gar nicht so wichtig, wie oft man sich sieht. Vielmehr zähle ich hierzu Menschen, mit denen ich über alles sprechen kann. Oder denen ich jederzeit mein eigenes Schicksal anvertrauen würde.

…Sport. Auch wenn die Motivation hier und da mal etwas zu wünschen übrig lässt. Stets bleibt die Freude an der Bewegung. Daran, sich zu fordern und gelegentlich eine (geglaubte) eigene Grenze zu überschreiten. Und dabei oft unvergessliche Eindrücke zu sammeln.

…dem Wissen, nicht reich zu sein wenn ich viel habe, sondern wenn ich wenig brauche. Denn das führt mich automatisch zu Unabhängigkeit, Sicherheit und Freiheit.

…Bergen. Ich mag die Landschaft, die Mentalität der Menschen. Irgendwann wird es mich hoffentlich dauerhaft dorthin verschlagen. Als Kind hätte ich gesagt: Wenn ich mal groß bin.

Mir geht es besser ohne… Teil 2

Da ich in letzter Zeit gut darin bin, neunmalklug auf Thomas‘ Beiträge zu antworten, mache ich direkt weiter. Denn, mir geht es besser ohne…

… unnötige Gespräche. Damit meine ich keinen handelsüblichen Smalltalk, sondern wirklich Gespräche, die geführt werden, um die Stille zu brechen und die zu nichts führen. Ja, ich bin immer noch im Homeoffice, ja, heut ist es nebelig, ja heut war viel Verkehr. Auf was willst du hinaus mit solchen Aussagen?! Genießt doch einfach mal die Stille! Das wussten Depeche Mode schon vor 30 Jahren.

… falsches Pflichtbewusstsein. Dazu gehört für mich, keine Treffen mehr wahrzunehmen, auf die ich keine Lust habe bzw. Leute zu treffen, die mir nicht guttun. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um seine Zeit zu verschwenden.

… den Versuch, es allen recht zu machen. Seit ich Dinge nicht mehr „anstandshalber“ tue, „weil es sich so gehört“, und seit ich mich in bestimmten Situationen nicht mehr so benehme, „wie es von einem erwartet wird“, fühle ich mich freier und gelöster.

Mir geht es besser ohne… Teil 1

…Zigaretten. Das ist tatsächlich das Erste, was mir hierzu einfällt. Im kommenden Januar sind es sechs Jahre, seitdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe.

…Nachrichten, inkl. Wetterbericht. Früher habe ich regelmäßig verschiedene Zeitungen abgeklappert. Im Endeffekt habe ich mich aber meistens geärgert, fand etwas traurig und/oder sinnlos etc. Interessiert mich das Weltgeschehen, linse ich auf die Seite einer großen Nachrichtenagentur.

…Papier. In meinen Ordnern ist nur das, was ich wirklich brauche. Dadurch sind es auch nur drei Stück. Und ich muss auch nichts heraussuchen, nur herausnehmen.

…Lust- und Spontankäufe. Ich habe dadurch mehr Geld zur Verfügung und wende auch weniger Zeit auf für Dinge, die ich eigentlich nicht brauche. Ein Beispiel? Gerne: Ein Saugroboter. Ich hätte gerne einen, weil ich technikverliebt und allergisch bin. Und noch dazu das Staubsaugen auch gerne einmal vergesse. Ein solches Gerät verspricht eine permanent gesaugte Wohnung. Es will aber auch konfiguriert, entleert, saubergemacht und entstört werden. Ist es, wenn man ehrlich ist, nicht besser, einfach alle 2 Tage den Staubsauger in die Hand zu nehmen? In diesem Beispiel ist nicht der Staubsauger das Problem, ich bin es selbst.

…Soziale Netzwerke. Mit den Menschen, mit denen ich Kontakt haben möchte, habe ich Kontakt. Ganz ohne “Gefällt mir” und “Das habe ich heute gegessen”.

Black Friday Week? Nö.

Ich habe ja schon den Black Friday nicht verstanden. Die Black Friday Week, von der ich auf viel zu vielen Webseiten lesen muss, setzt dem noch die Krone auf. Nach Black Friday und Black Friday Week kommt nächstes Jahr vielleicht der Black Friday Month?

Was soll ich nicht alles kaufen. Rabatte hier, alles muss raus dort, haste nicht gesehen da. Dabei weiß ich, wie ich am meisten spare: Ich kaufe nichts. Eigentlich könnte man darüber lachen, wenn einem in einer Werbung für einen Konsumartikel gesagt wird, wieviel man dabei spart.

Ich fahre seit Jahren sehr gut mit der Einstellung, mir eine durch den Kopf spukende Anschaffung gründlich zu überlegen. Und wenn es dann tatsächlich soweit ist, liefert ein Preisvergleich ein günstiges Angebot. Davon gibt es heutzutage genügend, jederzeit. Und wenn sich eine Anschaffung doch als Fehlkauf herausstellt (ich denke spontan an meine Smartwatch), gestehe ich mir das ein. Dann wird der Gegenstand verkauft oder verschenkt.

Mit diesem Konsumverhalten spare ich am meisten. Und zwar nicht nur Geld, sondern auch vor allem Zeit und Nerven.

Nein, ich bin nicht genervt

Sehr oft denke ich mir, dass weniger mehr ist. Neuerdings möchte ich vor allem seltener genervt sein. Und da ich Herausforderungen mag, habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wann ich offensichtlich unnötig genervt bin.

Zum Beispiel beim Warten in der Schlange an der Supermarktkasse. Manchmal kann man die Aggressivität und Anspannung der gesammelten Kundschaft buchstäblich fühlen. Da wird demonstrativ nach vorne und auf die Uhr geschaut, genervt aufgestöhnt und leise geschimpft. Zwar gehöre ich nicht zu den schimpfenden und fluchenden Kunden, aber ich bemerke meine Ungeduld.

Oder der Klassiker. Kaum zu toppen. Nahezu Folter für die Nerven: Die Bahn. Zwei Wörter, die meinen Puls bereits hochtreiben, selbst wenn ich gerade im Auto sitze. Apropos Auto: Warum bin ich eigentlich genervt, wenn bei erlaubtem Tempo 50 vor mir jemand nur 47 km/h fährt? Würde ich ausrechnen, wie viel Zeit ich verliere, während derjenige vor mir fährt, käme vermutlich allzu oft etwas lächerliches heraus.

In solchen Situationen bin ich ab sofort, das habe ich soeben beschlossen, nicht mehr genervt. So.