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Wenn Einfachheit Spaß macht – Teil I

Es gibt Gegenstände, an denen ist nichts mehr wegzudenken. Keine Extras, kein Schnörkel. Jeder Teil von ihnen erfüllt einen Zweck. Und wenn diese Gegenstände ihre Funktion dann für mich auch noch als sozusagen Klassenbeste erfüllen, dann machen sie mir richtig Spaß.

Den Beginn dieser Reihe macht mein Geldbeutel bzw. mein Slim Wallet. Ich bin kein Freund von Anglizismen, aber weder Scheinkarte noch Kartenetui trifft hier zu. Es ist eine Art Kartenetui mit einer Klammer für Scheine. Der gesamte Geldbeutel hat kaum mehr Grundfläche als eine übliche Scheckkarte. Und aufgrund der geringen Höhe trägt er auch nicht dick auf. Darin ist mein Bargeld, welches selten einen Betrag von dreißig Euro übersteigt. Außerdem alle Karten die ich besitze, neun Stück an der Zahl.

Neun Karten sind angesichts der üblichen, aus allen Nähten platzenden Geldbeutel schon nicht viel. Dennoch habe ich beim Verfassen dieses Beitrags gedanklich schon zwei Karten herausgeworfen. BahnCard und die Karte für die Packstation lassen sich durch die jeweiligen, ohnehin von mir bereits genutzten Apps auf dem Smartphone ersetzen.

Und was ist mit dem Kleingeld? Ich versuche, gar nicht erst an Kleingeld zu kommen und zahle wann immer es möglich ist bargeldlos. Das wenige Kleingeld, welches sich sammelt, ist bei Geschäften mit überwiegend auftretenden Kleinbeträgen (Bäckerei, Kiosk etc.) mehr als willkommen und schnell wieder ausgegeben.

Die tägliche Benutzung macht mir vor allem Freude, weil ich nie etwas suchen muss. Die am häufigsten genutzten Karten sind immer oben im Stapel und entsprechend schnell hervorgeholt (oder wie in meinem Fall heraus geschoben). Der Geldbeutel ist sehr leicht und passt nicht nur in jede Kleidungstasche sondern auch z.B. in eines der Werkzeugfächer meines Fahrradrucksacks, oder in die Satteltasche. Ich kann ihn also immer dort verstauen, wo er mich gerade am wenigsten stört.

Reisen auf die leichte Schulter nehmen

Abseits der Zeiten von Corona bin ich relativ häufig geschäftlich unterwegs. Meistens mit der Bahn, da ich gerade auf Langstrecke viele Vorteile darin sehe. Seitdem ich Gefallen daran finde, mich selbst durch Reduktion zu entlasten, reise ich fast nur noch mit dem Rucksack.

Ausschlaggebend war damals nicht nur der Wille, sich auf möglichst wenig Gepäck zu beschränken. Zusätzlich hat ein Rucksack im Zug den Vorteil, dass man, entsprechende Packweise vorausgesetzt, während der Fahrt an alles herankommt. Denn in der Regel parke ich meinen Rucksack direkt vor dem Sitz, unter meinen Oberschenkeln. Damit entziehe ich mich gleichzeitig den üblichen Kämpfen der Mitreisenden um die Gepäckablagen über den Sitzen.

Um am Ziel angekommen nicht völlig zerknitterte Hemden vorzufinden, verwende ich seit Jahren eine Packtasche. Diese ist formstabil und enthält eine Faltschablone, mit der man Hemden auf das übliche Packmaß (so wie sie verkauft werden) zusammenlegen kann. Mit etwas Sorgfalt kann sogar noch die Unterwäsche und etwas bequemes für abends dazu. So bleibt es hinsichtlich Kleidung bei dieser einzigen Tasche. Deren Volumen schätze ich auf das eines normal gefüllten Aktenorders.

Mein Kulturbeutel hat hinsichtlich seiner Größe mehr Ähnlichkeit mit einem Federmäppchen, als mit einem klassischen Modell. Zahnbürste, Rasierhobel, Naturseife, Deo, Ohrstöpsel, einen Kamm sowie eine Nagelfeile und einen faltbaren Kleiderbügel. Mehr benötige ich unterwegs nicht. Die Naturseife ersetzt Duschgel, Shampoo, Zahnpasta, Waschmittel und Rasierschaum. Zu guter letzt habe ich noch einen stabilen Gabellöffel aus Plastik darin. So ist man auch beispielsweise für einen fertigen Salat bestens gewappnet. Wenn möglich, verzichte ich so auch auf Einwegbesteck.

An technischen Utensilien kommen neben dem Notebook, dessen Ladegerät und einer kleinen Maus lediglich ein 3in1-Ladekabel mit allen gängigen Anschlüssen sowie meine Kopfhörer hinzu.

Die ganze Sache hat noch einen netten Nebeneffekt: Ich habe wahnsinnig schnell ein- und auch ausgepackt. Die Vorbereitungen für eine Reise mit z.B. zwei Übernachtungen dauern selten länger als zehn Minuten.