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Was ich wollte, aber nicht brauchte

In letzter Zeit habe ich mich mehrfach in Kauflaune erwischt. Vom Ebook-Reader bis zu neuen Kopfhörern. Nicht dass die alten Kopfhörer nicht mehr funktionieren würden. Es gab objektiv gesehen überhaupt gar keinen Grund, sie zu ersetzen. Das ist mir zum Glück dann auch rechtzeitig eingefallen. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Und wie ich auf den Ebook-Reader kam, weiß ich schon gar nicht mehr. Denn der eigentliche Witz ist: Ich lese nur sehr selten ein Buch. Im beruflichen Umfeld sind die Informationen aus dem Netz und allerhöchstens Zeitschriften aktueller, Bücher werden dort nur selten als Nachschlagewerke verwendet.

Privat habe ich die letzten Bücher am Rechner gelesen. Zugegeben, das ist nicht wirklich stilvolles Lesen. Da ich mir aber gleichzeitig auch Notizen gemacht habe, war es ungemein praktisch. Lange Rede kurzer Sinn: Ich brauche keinen Ebook-Reader. Zum einen lese ich wenig, zum anderen keine Romane sondern eher Fachliteratur.

Wie kamen denn aber nun diese Kaufideen in meinen Kopf? Auch unbewusst prasseln den ganzen Tag Werbe- und Kaufreize auf uns ein. Manchmal ist es gar nicht so leicht, dies an sich abprallen zu lassen. Aber Übung macht den Meister. Hilfreich ist auf jeden Fall der Tipp, Kaufwünsche auf eine Liste zu schreiben und sie sich erst nach z.B. dreißig Tagen zu erfüllen. Meistens besteht der Wunsch dann gar nicht mehr.

Pendeln – Veränderung der Routinen

Zwar stiegen in der Corona-Krise Akzeptanz und Verbreitung von Home Office deutlich an, dennoch werden die meisten von uns nicht um das Pendeln herumkommen. Viele Menschen empfinden Pendeln als Belastung, Zeitfresser und zusätzlichen Stress. Nicht zuletzt entstehen dadurch zusätzliche Kosten, Pendlerpauschale hin oder her. Was könnte man also unternehmen, um das Pendeln angenehmer zu gestalten und die Zeit sinnvoll zu nutzen?

Bis vor ungefähr drei Jahren war ich Bahnfahrer. Inklusive dem Fußweg zur Haltestelle dauerte die Fahrt ungefähr eine Dreiviertelstunde. Währenddessen habe ich die meiste Zeit Musik gehört, E-Mails und Nachrichten gelesen usw. Ein klassischer Berufspendler in der Bahn, immer an der gleichen Stelle wartend, einsteigend und sitzend. Und jemand, der kaum die Augen vom Bildschirm erhebt.

In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Warum also nicht einfach mit dem Fahrrad zur Arbeit? Wenn ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich ernsthaft, warum ich damit nicht früher angefangen habe. Aber besser spät als nie. Seit nunmehr über drei Jahren fahre ich regelmäßig morgens dreißig, mittags sechzig Minuten mit dem Rad. So komme ich auf gute neunzig Minuten Sport am jeweiligen Tag.

Und im Winter? Oder wenn es regnet? Kälte allein hält nur bedingt ab. Kälte und Wasser zugegeben schon eher. Hinzukommend hat man natürlich nicht immer die Motivation, sich auf den Drahtesel zu schwingen. Die Lösung ist in meinem Fall zum Glück sehr einfach: Zum Beispiel einfach zu Hause arbeiten. Gelegentlich bin ich auch mal Mitfahrer im Auto. Das kann ich mir immerhin noch dahingehend schönreden, als dass das Auto dann nicht nur eine Person befördert. Und während der Fahrt kann man sich unterhalten.

Mir ist klar, dass nicht jeder Pendler einfach aufs Fahrrad umsteigen kann. Dennoch, auch wenn es bei Bahn oder Auto bleibt, die Zeit kann genutzt werden. Im Auto sind die Möglichkeiten zugegebenermaßen stark eingeschränkt. Deswegen halte ich persönlich auch nur wenig davon, es jeden Tag für den Weg zur Arbeit zu benutzen.

Wenn Einfachheit Spaß macht – Teil II

Worum geht es? Um Gegenstände, die ihre Aufgabe perfekt erfüllen, und an denen man nichts mehr weglassen kann. Teil I ist hier zu finden.

Der nächste im Bunde meiner minimalistischen Helfer ist mein Rasierhobel. Ich habe mich jahrelang mit Systemrasierern der bekannten Hersteller rasiert. Eine kurze Affäre mit einem Elektrotrockenrasierer verdarb mir nicht nur die Lust auf eine Affäre, sondern auch den Bart. Da ich mich manchmal jeden, manchmal aber auch nur alle drei Tage rasiere, kam der Trockenrasierer schnell an seine Grenzen. Und wenn man sowieso noch einmal nass rasieren muss, macht das Gerät so gar keinen Sinn mehr.

An den Systemrasierern wiederum stören mich mehrere Eigenschaften immer mehr:

  • Die Umweltverschmutzung durch kaum wiederverwertbare Plastik- und Metallkombinationen
  • Vollkommen überzogene Preise für Ersatzklingen
  • Dass in regelmäßigen Abständen neue Systeme auf den Markt kommen, und man für seinen alten Rasier keine Klingen mehr bekommt

Also informierte ich mich über Alternativen. Nun verwende ich einen Rasierhobel mit halb offenem Kamm. Er stellt den für mich richtigen Kompromiss zwischen aufzubringender Vorsicht bei der Rasur und erreichter Gründlichkeit dar und bietet viele Vorteile.

  • Es fallen lediglich fünf Euro pro Jahr für Klingen an (der Preis hängt natürlich vom Hersteller und vom eigenen Bartwuchs ab)
  • Die klassischen Rasierklingen sind überall auf der Welt erhältlich
  • Man ist nicht an einen Hersteller gebunden
  • Weniger anfallender Müll, der noch dazu gut trennbar ist

Neben meinem Geldbeutel und der Umwelt profitiere ich auch selbst. Denn ich finde, ein Rasierhobel hat einfach Stil. Übertreffen könnte das nur ein Rasiermesser. Aber wie gesagt, ich habe genug von Affären.