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Wie die Zeit vergeht

Kennt ihr diese Momente in denen ihr so etwas denkt wie “Wie schnell die Zeit vergeht! Was habe ich in der letzten Woche eigentlich gemacht, irgendwie ging sie so schnell vorbei”? Ich erwische mich gerade in letzter Zeit immer häufiger bei diesen Gedanken.

Eigentlich hätte ich zunehmend das Gegenteil erwartet. Bedingt durch Corona kann man ja gerade zum Feierabend nur eingeschränkt etwas unternehmen. Abends eine Runde spazieren gehen. Zwar kann ich Personen besuchen, beschränke das aber auf mein engstes Umfeld. Als Alternative würde mir außerdem noch einfallen, abends Sport zu treiben. Aber das war bedingt durch das Wetter lange kein Vergnügen.

Wie im Beitrag Ideen gegen die Langeweile beschrieben, habe ich eigentlich genug zu tun. Vermutlich auch deswegen rast gefühlt die Zeit. Kaum ist Montag, ist schon wieder Freitag. Und das Wochenende ist natürlich sowieso viel zu schnell vorbei. Wenn ich mich aber nicht wirklich an ein Highlight in meiner Freizeit erinnern kann, sollte ich da etwas unternehmen.

Vielleicht setze ich die falschen Prioritäten? Vielleicht habe ich Freizeitstress? Eigentlich nicht, zumindest glaube ich das nicht. Aber ich denke langsam dennoch, dass ich mir etwas Entschleunigung suchen sollte. Dass das auch wieder Zeit erfordert, muss ich wohl oder übel in Kauf nehmen.

Ein alljährliches Problem rückt näher

Das eigentlich verursachende Problem zuerst: Ich habe bald Geburtstag. Das ist an sich nicht schlimm, wird jedoch jedes Jahr zur Materialschlacht. Ein Luxusproblem, keine Frage. Denn mein Problem besteht nicht darin, dass man mir nicht genug materielle Dinge schenkt. Mein Problem ist, dass ich nicht wenig genug bekomme.

Seit Jahren wünsche ich mir immaterielle Dinge. Ein Abendessen, ein Treffen, eine gemeinsame Aktivität. Und wenn es doch etwas Materielles sein soll, sind es z.B. Verschleißteile fürs Fahrrad. Das sind meine Wünsche, diese Dinge bereiten mir Freude. Die vorherrschende Meinung in der Gesellschaft scheint aber zu sein, dass das nicht ausreicht. Zeit? Einfach zur Zeit? Oder Bremsbeläge fürs Rad? Das kann doch kein richtiges Geschenk sein. Doch, das ist es. Zeit ist für mich mit das Wertvollste, was man schenken kann. Oder Dinge, die ich wirklich brauche.

Was ich hier schreibe, ist nicht böse gemeint. Im Gegenteil. Ich freue mich, dass die Menschen in meinem Umfeld darüber nachdenken, wie sie mir eine Freude machen können. Aber ich frage mich, warum sie mir nicht glauben, wenn ich ihnen sage, womit sie mir eine Freude machen können. Bzw. warum sie glauben, Zeit alleine würde nicht reichen. Irgendwann komme ich dahinter. Vielleicht im nächsten Jahr?

Wunschkonzert der Gedanken

In den letzten Wochen habe ich immer wieder darüber nachgedacht, was ich gerne lernen würde, bzw. auf welchem Gebiet ich gerne mein Wissen vertiefen würde. Es gibt so viele Dinge die mich begeistern und interessieren. Dummerweise gibt es da aber ein Limit: Mich. Denn meine Aufnahmefähigkeit ist nun leider einmal ebenso begrenzt wie meine Zeit.

So habe ich beispielsweise im letzten Jahr viel Zeit damit verbracht, mir die Grundlagen des Italienischen anzueignen. Irgendwann wurde aber aus dem anfangs begeisterten Lernen eine als Belastung empfundene Verpflichtung. Es passte nicht mehr in meinen Alltag, und vor allem nicht mehr in meinen Kopf.

Ich fand das sehr schade, denn erste Erfolge in der Praxis während des letzten Aufenthalts in Italien haben mich wahnsinnig gefreut und motiviert. Dennoch konnte ich die Motivation und Priorität nicht aufrechterhalten. Aber weswegen?

Wahrscheinlich ist der Grund so naheliegend, dass ich ihn nicht wahrhaben wollte. Ich habe einen Denkberuf, höre viel Musik, sehe mir oft Fachvorträge und Dokumentationen an. Ist es eigentlich nicht etwas dämlich, seinem Kopf außer beim Sport nie eine Pause zu gönnen und sich dann noch zu wundern, dass er sich irgendwann selbst schützt?

Dabei gibt es so viele Themen, die mich interessieren und reizen. Von der italienischen Sprache über verschiedene Instrumente bis hin zu speziellen IT-Themen, Börse, Kochen und und und. Alles geht nun einmal nicht. Aber ich kann zumindest versuchen die Dinge, die mich eigentlich nicht wirklich interessieren oder weiterbringen (höchst subjektiv), aber meine Aufmerksamkeit fordern, zu vermeiden.

Also Reduktion an einer Stelle, um an der anderen Maximierung betreiben zu können? Gewissermaßen. Aber insgesamt doch eher Reduktion auf das für mich Wesentliche. Und damit einen Versuch wert. Also mache ich mir Gedanken über die Aktivitäten, die für mich mehr Zeitvertreib als Entspannung, Erfüllung oder Weiterbildung sind. Um genau diese dann wegzulassen.