Weniger ist mehr. Und hat manchmal auch mehr Stil

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da machte ich viele technische Neuerungen mit. Weil sie eben neu waren. Eine der für mich lehrreichsten Erfahrungen ist, beziehungsweise war, meine Smartwatch. Ich habe über zehn Jahre lang keine Armbanduhr getragen, denn schließlich habe ich immer mein Smartphone in der Tasche. Ich wollte selbiges aber nun nicht jedes Mal aus der Tasche holen müssen. Also schaffte ich mir eine Smartwatch an. Diese bot wahnsinnig viele, scheinbar sinnvolle und spannende Funktionen. Wieviele Schritte ich am Tag gehe, wie lange ich wie gut schlafe, wie meine Pulswerte in Ruhe- und Bewegungsphasen verlaufen. Eine Vorschau auf die E-Mail oder Nachricht, just in dem Moment, in dem sie auf dem Smartphone eingeht. Erinnerungen an Termine, das Wetter, Steuerung von Musik und Navigation. Und noch vieles mehr.

Nach nur wenigen Tagen, schaltete ich die Benachrichtigungen bei Eintreffen neuer Nachrichten auf der Smartwatch aus. Die Eskalation am Handgelenk, v.a. wenn es in einem Gruppenchat etwas hochfrequenter zuging, das nervte schnell. Außerdem wollte ich doch mein Handy seltener hervorholen. Nach der dritten Zusammenfassung meiner wöchentlichen Schritte und Aktivitäten stellte ich auch diese Funktion ab. Und ob ich zu wenig oder schlecht geschlafen habe, merke ich in der Regel selbst. Zu guter Letzt war ich vom ständig notwendigen Aufladen genervt. Dann erinnerte ich mich an einen Ausspruch, der Antoine de Saint-Exupéry zugeschrieben wird:

“Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann”
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944)

Heute trage ich eine Automatikuhr. Sie zieht sich mittels Schwungrad selbst auf, wenn sie getragen wird.

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