Wie wenig ist genug?

Seitdem ich mich mit dem Thema Reduktion und Minimalismus befasse, lese ich immer wieder von Menschen, die ihre Gegenstände zählen. Den Sinn dahinter habe ich nicht verstanden, da doch jeder seine eigene Vorstellungen hat. Ist ein Paar Schuhe ein Gegenstand? Oder sind es zwei Schuhe? Oder zwei Schuhe und zwei Schnürsenkel, also vier Dinge? Schon allein diese Überlegung würde mich davon abhalten, mit dem Zählen auch nur zu beginnen. Außerdem, welcher Zielwert ist denn nun richtig oder erstrebenswert?

Vielmehr stellte ich mir stattdessen die Frage, ob ich diesen, für mich nicht quan­ti­fi­zier­baren Zielwert bereits erreicht habe, oder nicht. Auch hier kam ich zu dem Ergebnis: So einfach ist das nicht. Ich muss differenzieren.

Bei den Gegenständen habe ich meinen Wohlfühlwert definitiv noch nicht erreicht. Ich erinnere nur an mein Regal… Zwar habe ich nach dem damaligen Verfassen des Beitrags einige Dinge entrümpelt. Dennoch stellt sich an dieser Stelle nach wie vor kein Gefühl der Zufriedenheit ein. Es gibt noch zu viele Dinge im Haushalt, die objektiv betrachtet nicht (mehr) benötigt werden.

Das genaue Gegenteil empfinde ich bei meinen Finanzen. Als ich vor einigen Jahren meine Bank wechselte, nutze ich die Gelegenheit zum Großreinemachen. Ich ging die Kontoauszüge mehrerer Jahre penibel durch und notierte mir jede regelmäßige Zahlung, jede Einzugsermächtigung und so weiter. So ging der Bankwechsel mit einigen Kündigungen einher, an dieser Stelle kann ich tatsächlich sagen: Weniger macht für mich keinen Sinn und genau diese Gewissheit fühlt sich befreiend und zufriedenstellend an.

Neben dem berüchtigten Regal habe ich mir noch einige andere Bereiche vorgenommen. Da wäre z.B. der digitale Haushalt, dem ich eigene Beiträge widmen werde. Kurz verflucht habe ich meine Ambitionen allerdings, als ich an meinen Badschrank dachte. Eines nach dem anderen. Das Ziel, nämlich generell von mir sagen zu können “Ich habe nur das, was ich brauche”, rückt mit jeder Einzelaktion näher. Und bereits diese einzelnen Schritte machen mich zufriedener.

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